Vor Weihnachten muss ich Euch unbedingt noch diesen Roman von Stephen King vorstellen. Ihr habt ihn sicher schon in der Buchhandlung stehen sehen und wenn Ihr bisher ohne ein Exemplar den Buchladen verlassen habt, dann solltet Ihr das schnell noch ändern! :-)
Worum geht's?
Im Stadtpark eines kleinen beschaulichen Ortes wird die Leiche eines Kindes gefunden. Der 11-jährige Junge ist schwer misshandelt und sein Leichnam übel zugerichtet worden. Der Fall schockiert alle, aber noch unfassbarer ist, dass alle in Flint City den Täter kennen. Aussagen von Augenzeugen, DNA-Spuren am Tatort - alles führt eindeutig zu einer Person! Terry Maitland, Englischlehrer und Coach der Jugendbaseballmannschaft. Ein "guter Mensch", wie jeder bisher dachte. Alle kennen ihn, alle mögen ihn. Auch Detective Ralph Anderson kennt ihn nur zu gut, sein Sohn wird von ihm trainiert. Und doch bleibt ihm nichts anderes übrig, als Maitland festzunehmen. Dieser hat zwar ein Alibi, doch alle anderen Spuren sind eindeutig. Im Laufe der Ermittlungen überschlagen sich die Ereignisse und alles nimmt einen tragischen, nicht zu erwartenden Verlauf. Und dann ergeben sich plötzlich auch immer mehr Ungereimtheiten. Am Ende scheint alles möglich zu sein!
Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Stephen Kings Werken und auch "Der Outsider" hat mir wieder sehr gefallen! Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mitgefiebert und mich stellenweise richtig gegruselt.
King schafft es wieder genau das richtige Maß an Übersinnlichem zu erschaffen. Es geschehen unfassbar grausame und gruselige Sachen und manchmal traut man seinen Augen nicht.
Mir hat das Spiel mit der Doppelgängerillusion sehr gefallen. Kann es sein, dass man einen Doppelgänger hat, der einen in so eine Situation bringen könnte? Es heißt ja, dass jeder Mensch auf der Welt mindestens ein Ebenbild haben soll.
Achtung - Spoiler
Der Outsider ist aber mehr als einfach nur ein Doppelgänger. Er ist das Böse in einer wandelbaren Gestalt und nährt sich am Leid und Elend der anderen.
Ich mochte es sehr, wie King beginnt. Der Fall scheint ein "normaler" Fall in einer "normalen" Welt zu sein. Furchtbar grausam, aber nicht unmöglich. Die Spuren, die zum Täter führen, die Ermittlungen insgesamt, alles verläuft "normal". Man hat das Gefühl einen normalen Thriller vor sich zu haben. Natürlich ist einem klar, dass es am Ende nicht so einfach sein kann. Es muss irgendwie eine Erklärung dafür geben, dass dieser unbescholtene Bürger, der liebende Familienvater, der überall beliebte Lehrer und Coach, so eine grausame Tat begangen haben soll.
Nach und nach kommen Ungereimtheiten und immer mehr übersinnliche Momente hinzu und man merkt, dass man sich mitten in einem Stephen King befindet. Diesen Übergang mochte ich sehr.
Und vor allem den Gedanken beim Lesen, dass es bis zu einem gewissen Punkt tatsächlich so hätte passieren können. Es ist nicht unmöglich, dass unschuldige Personen durch ungünstige Umstände in Verdacht geraten. Was würde man machen, wenn man selber in diese Situation kommt?
Man leidet mit Maitland und seiner Familie richtig mit und nach und nach begreift man erst, wie viel Elend und Unglück diese Menschen erfahren. Und lange Zeit ist der wahre Täter einfach nicht greifbar und im Grunde wird er das nie richtig.
Es ist schon wahnsinn, mit welcher Grausamkeit dieser Outsider auf seine Opfer einwirkt. Er spielt mit ihren Ängsten, mit ihren Schwächen und nutzt alles, um sie sich gefügig zu machen!
Und am Ende, wenn einem die Zusammenhänge immer klarer werden, bleibt man schon ein wenig fassunglos zurück.
Zu den Charakteren kann ich gar nicht viel sagen. Ralph Anderson ist ein sympathischer, durchschnittler Detective. Gemütlich und eben "normal". Nach seiner öffentlichen Festnahme von Maitland und den weiteren Geschehnissen kommen ihm Zweifel und man merkt, dass sich sein Gewissen regt.
Interessanter finde ich Holly Gibney, die etwa ab der zweiten Hälfte des Romans hinzukommt. Sie ist mir im Gedächtnis geblieben mit ihrer Art und ihren kleinen Eigenheiten. Ich fand sie gleich sympathisch und hab sie gern bei ihren Nachforschungen begleitet. Mit ihr bekommt das Übersinnliche langsam einen Namen!
Also wieder mal ein Buch, das mich sehr mitgenommen und noch lange beschäftigt hat. Sehr zu empfehlen!
Der Outsider
Stephen King
Roman
Hardcover
Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-27184-5
€ 26,00 [D], 26,80 [A]
Mehr Infos findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
"Es spielt keine Rolle, ob du nur langsam vorankommst, wichtig ist, dass du nicht stehen bleibst." Konfuzius
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Freitag, 21. Dezember 2018
Freitag, 31. August 2018
Lass mich los - Jane Corry
Worum geht's?
Für die junge Anwältin Lily läuft es gerade nicht schlecht und alles deutet auf den lang erhofften Neuanfang hin. Endlich möchte sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Genau danach sieht es auch aus. Sie ist frisch verheiratet mit dem Künstler Ed Macdonald und bekommt dann auch noch ihren ersten spektakulären Fall zugeteilt. Ihr Klient ist wegen Mordes angeklagt, beteuert aber seine Unschuld. Für Lily wird dieser Job schnell eine größere Herausforderung als erwartet. Das liegt unter anderem daran, dass sie sich eigenartigerweiser zu ihm hingezogen fühlt. Soll sie seine Version der Ereignisse glauben? Die Situation wird für die junge Anwältin immer schwieriger und plötzlich beginnt sie alles für einen Mann zu riskieren, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.
Meine Meinung:
Alles beginnt im September 2000.
Die junge Anwältin Lily ist frisch verheiratet und glücklich. Doch langsam beginnt der Alltag wieder einzukehren. Lily bekommt ihren ersten großen Fall und will diese große Chance natürlich nutzen. Ihr Mann Ed arbeitet in einer Werbeagentur, ist damit aber nicht ganz zufrieden. Er selbst sieht sich mehr als Künstler, dessen Werke aber leider noch nicht genügend Anerkennung gefunden haben.
Lily wird von ihrem Job ziemlich vereinnahmt, Ed verbringt viel Zeit zuhause. Seine Unzufriedenheit wächst und bei den jungen Eheleuten beginnt es zu kriseln. Die Ehe ist irgendwann ein ständiges Auf und Ab.
Doch dann kommt Carla, das kleine Nachbarsmädchen, in ihr Leben. Die Kleine versprüht eine Menge Charme und ist sehr unbefangen. Sie ist oft allein, weil ihre alleinerziehende Mutter arbeiten gehen muss und Lily und Ed werden somit zu "Babysittern". Ed ist so fasziniert von der Kleinen, dass er beginnt sie zu zeichnen.
Die kleine Carla ist eher eine Außenseiterin, allein wegen ihres Aussehens, denn ihre italienischen Wurzeln lassen sich nicht verbergen und ihre Mitschüler ziehen sie gern damit auf.
Sie fällt in der Schule unangenehm auf, muss sogar die Schule wechseln. Dank des Liebhabers ihrer Mutter kann Carla die Vorzüge einer Privatschule genießen. Das aber auch nur, weil sie ihn erpresst. Ich will nicht zu viel verraten, aber man merkt, dass dieses Kind nicht ohne ist.
Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass sie mir unsympathisch war. Als Kind schon!
Es ist schwierig, auf der einen Seite tut sie einem manchmal sogar leicht, weil sie wirklich keine besonders schöne Kindheit hat, trotzdem mag ich einiger ihrer Charakterzüge gar nicht!
Später wird Carla Anwältin und wird für Ed und Lily zur Bedrohung. Sie will sich an ihnen rächen! Warum? Auch das möchte ich Euch noch nicht verraten! ;-)
Das erfahrt Ihr nämlich im zweiten Abschnitt des Buches. Es findet ein Zeitsprung von 12 Jahren statt.
Genau das hat mir sehr gut gefallen! Ich mag diese großen Zeitsprünge in Büchern und Filmen grundsätzlich sehr gern. Wenn sie gut gemacht sind. In diesem Fall ist es gut gemacht! :-)
Es ist immer interessant zu sehen, was aus den Beteiligten in der Zwischenzeit geworden ist und wie sich die Verhältnisse zueinander verändert haben. Haben sich Entwicklungen vorher vielleicht schon angedeutet?
Das gibt dem Ganzen irgendwie wieder Schwung!
Zu Lily möchte ich auch noch etwas sagen. Bei ihr war ich immer ein wenig hin- und hergerissen. Irgendwie konnte ich von Anfang an nicht mit ihr warm werden. Sie ist mir nicht direkt unsympathisch, aber ich kann sie und ihre Entscheidungen oft nicht verstehen!
Der Psychothriller an sich hat mir sehr gut gefallen. Der Anfang war mir etwas zu zäh, aber danach ging es sehr spannend und mitreißend weiter. Die ein oder andere etwas langatmige Stelle hat mich zwar gestört, insgesamt war es aber zu ertragen ;-).
Der erste eigene Fall von Lily ist spannend und ihr Klient sehr interessant. Man weiß selbst nie, was man nun glauben soll oder nicht. Ich hatte immer nur das ungute Gefühl, dass dieser Mann gefährlich werden könnte. Und natürlich fragt man sich selbst auch die ganze Zeit über, war er es wirklich?
Auch Carlas Leben ist mitreißend. Gerade im zweiten Teil. Eine Person, die man nicht unterschätzen sollte. Es wird sehr turbulent für Lily und Ed.
Die Aufteilung des Buches hat mir grundsätzlich sehr gefallen. Auch den Schreibstil von Jane Corry finde ich sehr angenehm, bis auf die bereits erwähnten zähen Abschnitte.
Gleich nach dem Prolog folgt ein Auszug aus dem Daily Telegraph vom 20.Oktober 2015 mit der Info, dass der Künstler Ed Macdonald in seiner Wohnung erstochen aufgefunden worden ist. Ich fand es richtig gut, dass man diese Info beim Lesen schon die ganze Zeit über hatte. Man liest anders und versucht, noch aufmerksamer zu sein. Wirklich ne gute Idee!
Lass mich los
Jane Corry
Psychothriller
Diana Verlag
Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-453-35938-3
€ 10,99 [D], € 11,30 [A]
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Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Dienstag, 31. Juli 2018
Tick Tack - Wie lange kannst du lügen? (Megan Miranda)
Mal ein ganz besonderes Leseerlebnis!!!
Worum geht's?
Vor 10 Jahren verließ Nic ihre Heimatstadt Cooley Ridge von einem Tag auf den anderen. Aber die Erinnerungen an die Nacht, in der ihre beste Freundin Corinne verschwand, haben sie nie losgelassen. Als sie dann eines Tages eine Nachricht mit den Worten "Dieses Mädchen. Ich es habe es gesehen" erhält, ist sofort klar, dass nur von Corinne die Rede sein kann.
Nic hält es nicht länger aus und sie kehrt in ihre alte Heimat zurück, um endlich herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist. Aber schon am ersten Abend passiert es wieder. Eine junge Frau verschwindet spurlos. Nicht irgendeine junge Frau. Es ist genau die junge Frau, die ihr und ihren Freunden damals ein Alibi gegeben hat.
Meine Meinung:
Ich liebe Thriller, das habt Ihr sicher schon gemerkt ;-). Dieser hier war mal wieder etwas ganz Besonderes, allein schon vom Aufbau her. So etwas habe ich bisher bei noch keinem Buch erlebt.
Und auch, wenn der Stil anfangs etwas gewöhnungsbedürftig gewesen ist, hat er mir sehr gefallen.
Es beginnt alles mit Teil 1, dort wird von der Rückkehr von Nic in ihren Heimatort berichtet und die Geschehnisse von vor 10 Jahren werden kurz angeschnitten.
Dann kommt man zum 2. Teil und dieser beginnt mit Tag 15, also 2 Wochen nach Nics Ankunft in Cooley Ridge.
Es folgen Tag 14 bis Tag 1.
Diese Reihenfolge, in der erzählt wird, ist jedenfalls sehr gewöhnungsbedürftig. Man weiß beim Lesen von Tag 14 ja schon, was an Tag 15 passiert usw. Ich musste mich zwar erst ein wenig reinfinden, aber das Ganze hat schon seinen Reiz.
Nics (Nicoletts) Heimatort hat sich in all den Jahren ihrer Abwesenheit so gut wie gar nicht verändert. Dank Megan Mirandas Schreibstil kann man sich den kleinen Ort Cooley Ridge, der in dunkle Wälder eingebettet liegt, richtig gut vorstellen. Dort ticken die Uhren noch anders. Es herrscht eine besondere Atmosphäre. Aber nicht nur der Ort, sondern auch seine Bewohner werden sehr gut beschrieben, so dass man sich jeden einzelnen von ihnen gut vorstellen kann.
Die Protagonistin empfand ich die ganze Zeit über als sehr sympathisch. Ich habe sie gern begleitet.
Nic hat die Heimat damals zwar verlassen, ihre Freunde und Bekannten sind aber dort geblieben. Sie haben sich dort niedergelassen, Familien gegründet und leben mit der Gewissheit, dass eine von ihnen vor 10 Jahren spurlos verschwunden ist und der Täter vielleicht einer von ihnen ist.
Nic und ihr Bruder, der auch in Cooley Ridge geblieben ist und bald Vater wird, wollen ihr Elternhaus verkaufen, denn ihr Vater leidet unter Alzheimer und lebt längst im Heim.
Außerdem trifft sie, wie sollte es auch anders sein, ihre Jugendliebe wieder. Tylor führt mittlerweile das Unternehmen seines Vaters. Die junge Frau, die plötzlich verschwindet, ist seine Freundin.
Natürlich kann man sich vorstellen, dass es nicht jedem gefällt, dass Nic nach 10 Jahren zurückkehrt und anfängt alte Wunden aufzukratzen. Und dann verschwindet ausgerechnet am Abend ihrer Rückkehr wieder eine junge Frau.
Wie schon gesagt, die Stimmung ist sehr gut eingefangen und man kann wirklich richtig mitfiebern.
Und das Ende hat mich nochmal richtig überraschen können, aber da verrate ich natürlich nicht zu viel!!! :-)
Aber natürlich fragt man sich, was es mit dem neuen Opfer auf sich hat. Warum muss diese Frau ausgerechnet in diesem Moment verschwinden? Gibt es einen Zusammenhang zur Tat von vor 10 Jahren? Immerhin hat sie den Freunden damals ein Alibi gegeben. Handelt es sich um ein und denselben Täter? Lebt er im Ort? ....
Fragen über Fragen, Ihr seht schon, es gibt für Nic einiges herauszufinden. ;-)
Insgesamt war dieser Thriller eine sehr spannende Erfahrung. Der Schreibstil macht ihn zu etwas ganz Besonderem, aber auch der Fall an sich ist wirklich sehr gut gelungen. Aufbau, Charaktere, Handlung alles ist rund und konnte mich mitreißen! Ich kann Euch Tick Tack daher nur empfehlen! Und auch, wenn Euch der Einstieg in das Buch schwer fallen oder komisch vorkommen sollte, haltet durch, es lohnt sich wirklich! Man muss eben auch mal was Neues wagen! ;-)
Tick Tack
Wie lange kannst du lügen?
Megan Miranda
Thriller
Penguin Verlag
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-328-10162-8
€ 15,00 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zum Thriller findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Dienstag, 27. März 2018
Das Scherbenhaus - Susanne Kliem
Heute habe ich mal wieder einen sehr guten Psychothriller für Euch!
Worum geht's?
Carla wohnt in einem alten Reetdachbauernhaus vor den Toren von Stade. Doch die Idylle trügt, seit Monaten bekommt sie Briefe von einem Unbekannten, der ihr auch widerliche Fotos, zum Beispiel von menschlicher Haut und Wunden, schickt.
Der Unbekannte belästigt sie immer mehr und die Polizei ist machtlos.
Da kommt Köchin Carla das Angebot ihrer Halbschwester Ellen gerade recht. Sie bittet sie, zu ihr nach Berlin zu kommen. In der Anonymität der Großstadt hofft Carla auf Ruhe vor ihrem Stalker. Außerdem wohnt Ellen in einem vollkommen abgesicherten Haus, dem Safe Haven. Da kann doch eigentlich nichts passieren?
Leider kommt wieder alles anders, denn kurz nach Carlas Ankunft verschwindet ihre Schwester spurlos und wird wenig später tot aufgefunden.
Sollte ihr Tod nur ein Unfall sein? Carla kommen immer größere Zweifel. Die anderen Bewohner des Safe Haven scheinen mehr zu wissen, doch in diesem Haus herrschen eigene Gesetze. Das muss Carla bald lernen. Und es scheint überhaupt nicht gut anzukommen, wenn zu viele Fragen gestellt werden. Ihre Nachforschungen könnten Carla sogar ernsthaft in Gefahr bringen.
Meine Meinung:
Von Anfang an war mir Carla sympathisch. Daher habe ich auch immer mitleiden müssen. Es fängt allein schon damit an, dass sie aus ihrer idyllischen Heimat "vertrieben" wird, weil ein unbekannter Stalker in ihr Leben eindringt.
Und als sie dann glaubt, in Berlin ein wenig Sicherheit zu finden, wird alles noch viel schlimmer und sie muss sogar den Tod ihrer Halbschwester ertragen. Und damit nicht genug, das Wohnhaus Save Haven scheint auch immer bedrohlicher zu werden.
Mit dieser Protagonistin musste ich wirklich mitleiden. Man fragt sich natürlich auch immer, was würde ich an ihrer Stelle unternehmen?
Und auch die Thematik "Stalking" nimmt einen mit. Die Opfer stehen dem Ganzen im Grunde hilflos gegenüber. Man weiß nicht, von wem die furchtbaren Briefe kommen, man weiß nicht, was diese Person von einem will, man kann gegen dieses Phantom nichts unternehmen, sogar die Polizei ist machtlos. Also was machen?
Der Thriller an sich ist wirklich spannend und mitreißend. Ich habe viel mitgerätselt und versucht Verbindungen herzustellen.
Man spürt genauso wie Carla, dass im Safe Haven nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotzdem stellt man sich immer die Frage "Warum?".
Die Idee von Safe Haven finde ich sowieso sehr interessant. Sehnt sich nicht jeder mal nach einem Gebäude, das die vollkommene Sicherheit garantiert? Auf der einen Seite hätte das viele Vorteile, doch sicher auch einige Nachteile, wie ständige Kontrolle?! Über dieses Wohnhaus habe ich auch eine Weile nachdenken müssen. Und genauso wie Carla verspricht man sich Sicherheit und genau in diesem Umfeld passiert dann doch so etwas Schreckliches. Trotzdem zieht sie nach der Beerdigung ihrer Schwester in die Wohnung ein.
Das sollte ich vielleicht noch erwähnen, das Haus gehörte Ellen. Sie hat es nach ihren Vorstellungen entwickelt und bauen lassen.
Auch das Verhalten der Bewohner ist sehr merkwürdig. Man merkt schnell, dass in diesem Haus eigene Gesetze gelten.
Milan Wagner, wohnt auf der gleichen Etage wie Ellen, ist der erste Mitbewohner, den Carla kennenlernt. Es scheint, als wäre der 67-Jährige die gute Seele des Hauses. Er kennt jeden, weiß über vieles Bescheid und kümmert sich. Milan geht praktisch überall ein und aus. Eine interessante Person. Für die Sorgen der anderen hat er immer ein offenes Ohr. Auch Carla nimmt seine Hilfe an. Gerade nach Ellens Tod ist er eine Stütze für Carla. Sie hat ja sonst auch niemanden in Berlin. Ihre beste Freundin lebt in Stade. Doch wem kann man trauen im Safe Haven? Die Frage habe ich mir ständig gestellt.
Ellens rätselhaftes Verschwinden und ihr plötzlicher "Unfalltod" werfen jede Menge Fragen auf. Carla ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ellens letzte Worte, vor ihrem Verschwinden, waren "Kümmere dich um das Haus!".
Außerdem wollte ihre Schwester ihr noch etwas anvertrauen. Vor irgendetwas musste Ellen Angst gehabt haben. Doch was ihre Schwester so bewegt hat, das erfährt Carla von ihr nicht mehr.
Sie bleibt mit jeder Menge Fragen zurück und muss herausfinden, was wirklich passiert ist. Ich selbst habe mich auch ständig gefragt, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. Man rätselt und fiebert wirklich mit. Der Fall ist sehr gut aufgebaut. Gemeinsam mit Carla tappt man im Dunkeln und kämpft sich mit ihr aus dieser Dunkelheit heraus. Versucht es zumindest! Und so wächst einem die Protagonistin noch mehr ans Herz. Es ist wieder diese typische "Ich allein gegen die Welt"-Erfahrung und obwohl ich schon viele Fälle mit Hauptpersonen gelesen habe, die vollkommen auf sich allein gestellt den Kampf aufnehmen müssen, ist dieser Thriller anders!
Es gibt mehrere Gründe, warum mich dieser Psychothriller so mitgerissen hat und ich ihn am liebsten gar nicht mehr zur Seite gelegt hätte. Das macht aber auch der sehr gute Schreibstil der Autorin aus. Man kann das Buch einfach nur so weglesen! ;-) Keine langatmigen Passagen, einfach ein sehr angenehmer Stil. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich und schafft es, Emotionen zu wecken.
Und am Ende bleibt dieses furchtbare Gefühl. Kennt Ihr das vielleicht? Man will ja das Ende unbedingt lesen, weil man herausfinden muss, was denn nun wirklich geschehen ist, doch dann stellt sich auf einmal mit den letzten Seiten, Zeilen des Buches eine gewisse Traurigkeit ein. Man hätte einfach noch ewig weiterlesen wollen und dann ist es einfach so vorbei.
Daher bitte noch mehr dieser Psychothriller!!!!
Das Scherbenhaus
Susanne Kliem
Psychothriller
Carl's books
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-570-58566-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Carla wohnt in einem alten Reetdachbauernhaus vor den Toren von Stade. Doch die Idylle trügt, seit Monaten bekommt sie Briefe von einem Unbekannten, der ihr auch widerliche Fotos, zum Beispiel von menschlicher Haut und Wunden, schickt.
Der Unbekannte belästigt sie immer mehr und die Polizei ist machtlos.
Da kommt Köchin Carla das Angebot ihrer Halbschwester Ellen gerade recht. Sie bittet sie, zu ihr nach Berlin zu kommen. In der Anonymität der Großstadt hofft Carla auf Ruhe vor ihrem Stalker. Außerdem wohnt Ellen in einem vollkommen abgesicherten Haus, dem Safe Haven. Da kann doch eigentlich nichts passieren?
Leider kommt wieder alles anders, denn kurz nach Carlas Ankunft verschwindet ihre Schwester spurlos und wird wenig später tot aufgefunden.
Sollte ihr Tod nur ein Unfall sein? Carla kommen immer größere Zweifel. Die anderen Bewohner des Safe Haven scheinen mehr zu wissen, doch in diesem Haus herrschen eigene Gesetze. Das muss Carla bald lernen. Und es scheint überhaupt nicht gut anzukommen, wenn zu viele Fragen gestellt werden. Ihre Nachforschungen könnten Carla sogar ernsthaft in Gefahr bringen.
Meine Meinung:
Von Anfang an war mir Carla sympathisch. Daher habe ich auch immer mitleiden müssen. Es fängt allein schon damit an, dass sie aus ihrer idyllischen Heimat "vertrieben" wird, weil ein unbekannter Stalker in ihr Leben eindringt.
Und als sie dann glaubt, in Berlin ein wenig Sicherheit zu finden, wird alles noch viel schlimmer und sie muss sogar den Tod ihrer Halbschwester ertragen. Und damit nicht genug, das Wohnhaus Save Haven scheint auch immer bedrohlicher zu werden.
Mit dieser Protagonistin musste ich wirklich mitleiden. Man fragt sich natürlich auch immer, was würde ich an ihrer Stelle unternehmen?
Und auch die Thematik "Stalking" nimmt einen mit. Die Opfer stehen dem Ganzen im Grunde hilflos gegenüber. Man weiß nicht, von wem die furchtbaren Briefe kommen, man weiß nicht, was diese Person von einem will, man kann gegen dieses Phantom nichts unternehmen, sogar die Polizei ist machtlos. Also was machen?
Der Thriller an sich ist wirklich spannend und mitreißend. Ich habe viel mitgerätselt und versucht Verbindungen herzustellen.
Man spürt genauso wie Carla, dass im Safe Haven nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotzdem stellt man sich immer die Frage "Warum?".
Die Idee von Safe Haven finde ich sowieso sehr interessant. Sehnt sich nicht jeder mal nach einem Gebäude, das die vollkommene Sicherheit garantiert? Auf der einen Seite hätte das viele Vorteile, doch sicher auch einige Nachteile, wie ständige Kontrolle?! Über dieses Wohnhaus habe ich auch eine Weile nachdenken müssen. Und genauso wie Carla verspricht man sich Sicherheit und genau in diesem Umfeld passiert dann doch so etwas Schreckliches. Trotzdem zieht sie nach der Beerdigung ihrer Schwester in die Wohnung ein.
Das sollte ich vielleicht noch erwähnen, das Haus gehörte Ellen. Sie hat es nach ihren Vorstellungen entwickelt und bauen lassen.
Auch das Verhalten der Bewohner ist sehr merkwürdig. Man merkt schnell, dass in diesem Haus eigene Gesetze gelten.
Milan Wagner, wohnt auf der gleichen Etage wie Ellen, ist der erste Mitbewohner, den Carla kennenlernt. Es scheint, als wäre der 67-Jährige die gute Seele des Hauses. Er kennt jeden, weiß über vieles Bescheid und kümmert sich. Milan geht praktisch überall ein und aus. Eine interessante Person. Für die Sorgen der anderen hat er immer ein offenes Ohr. Auch Carla nimmt seine Hilfe an. Gerade nach Ellens Tod ist er eine Stütze für Carla. Sie hat ja sonst auch niemanden in Berlin. Ihre beste Freundin lebt in Stade. Doch wem kann man trauen im Safe Haven? Die Frage habe ich mir ständig gestellt.
Ellens rätselhaftes Verschwinden und ihr plötzlicher "Unfalltod" werfen jede Menge Fragen auf. Carla ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ellens letzte Worte, vor ihrem Verschwinden, waren "Kümmere dich um das Haus!".
Außerdem wollte ihre Schwester ihr noch etwas anvertrauen. Vor irgendetwas musste Ellen Angst gehabt haben. Doch was ihre Schwester so bewegt hat, das erfährt Carla von ihr nicht mehr.
Sie bleibt mit jeder Menge Fragen zurück und muss herausfinden, was wirklich passiert ist. Ich selbst habe mich auch ständig gefragt, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. Man rätselt und fiebert wirklich mit. Der Fall ist sehr gut aufgebaut. Gemeinsam mit Carla tappt man im Dunkeln und kämpft sich mit ihr aus dieser Dunkelheit heraus. Versucht es zumindest! Und so wächst einem die Protagonistin noch mehr ans Herz. Es ist wieder diese typische "Ich allein gegen die Welt"-Erfahrung und obwohl ich schon viele Fälle mit Hauptpersonen gelesen habe, die vollkommen auf sich allein gestellt den Kampf aufnehmen müssen, ist dieser Thriller anders!
Es gibt mehrere Gründe, warum mich dieser Psychothriller so mitgerissen hat und ich ihn am liebsten gar nicht mehr zur Seite gelegt hätte. Das macht aber auch der sehr gute Schreibstil der Autorin aus. Man kann das Buch einfach nur so weglesen! ;-) Keine langatmigen Passagen, einfach ein sehr angenehmer Stil. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich und schafft es, Emotionen zu wecken.
Und am Ende bleibt dieses furchtbare Gefühl. Kennt Ihr das vielleicht? Man will ja das Ende unbedingt lesen, weil man herausfinden muss, was denn nun wirklich geschehen ist, doch dann stellt sich auf einmal mit den letzten Seiten, Zeilen des Buches eine gewisse Traurigkeit ein. Man hätte einfach noch ewig weiterlesen wollen und dann ist es einfach so vorbei.
Daher bitte noch mehr dieser Psychothriller!!!!
Das Scherbenhaus
Susanne Kliem
Psychothriller
Carl's books
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-570-58566-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
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Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Donnerstag, 23. November 2017
ES von Stephen King
Habt Ihr Angst vor Clowns? ;-) Ich ja, aber nicht erst seit ich Stephen Kings Pennywise kenne! ;-)
Ihr seht, heute geht es hier mal um einen richtigen Klassiker!!!
Worum geht's?
Das Leben in Derry, Maine, könnte ruhig und angenehm sein, wenn nicht alle 28 Jahre etwas Schreckliches erwachen und den Frieden stören würde. Es scheint in der Kanalisation auf die Bewohner zu lauern, um dann irgendwann zuzuschlagen.
Das erste Opfer ist der kleine Georgie 1957. Er wird beim Spielen von ES erwischt und seine Leiche übel zugerichtet gefunden. Es folgen weitere Opfer!
Doch was oder wer verbirgt sich hinter diesem "Monster"?
Sieben Freunde schließen sich zusammen, um ES zu besiegen. Als Kinder lernen sie sich kennen und jeder hat seine Erfahrungen mit dem Ungeheuer gemacht. Nach über 25 Jahren ruft einer der Freunde alle wieder zusammen, denn ES hat wieder zugeschlagen. Ein Schwur verbindet sie bis an ihr Lebensende! Nun wollen sie als Erwachsene dem Horror ein Ende setzen!
Meine Meinung:
Von diesem Roman hat sicher schon jeder gehört! ES von Stephen King ist ein echter Klassiker und ich wollte ihn schon seit Jahren lesen. Als nun der neue Kinofilm herausgekommen ist, habe ich mit ES angefangen, denn für mich stand gleich fest, erst wird das Buch gelesen und dann der Film angesehen. :-)
Allerdings bin ich mir nach dem Lesen nicht mehr so sicher, ob der Film was für mich ist. Wahrscheinlich wäre das doch etwas zu viel Horror für mich. ;-)
ES hat über 1500 Seiten und schüchtert einen anfangs vielleicht etwas ein. ;-) Aber dank Kings angenehmen Schreibstils lässt es sich gut und schnell lesen. Außerdem ist es so spannend, dass man ES gar nicht aus der Hand legen möchte!
Dennoch gab es einige Passagen, die mir etwas zu langatmig waren. Der Autor nimmt sich für Beschreibungen immer viel Zeit. Alles wird detailgetreu dargestellt. Man hat so zwar gleich ein genaues Bild vor Augen, aber manchmal war mir persönlich das alles etwas zu detailliert.
Auch die Beschreibung der Entwicklungen in Derry, die eben nicht ES betreffen, waren mir an der ein oder anderen Stelle zu ausführlich.
Trotzdem reißt die Spannung nicht ab!
Und durch diese Bilder, die Stephen King mit seinen Beschreibungen erzeugt, lief mir sehr häufig ein Schauer über den Rücken! Also für zarte Gemüter ist dieser Roman vielleicht eher nichts! ;-)
Etwas unübersichtlich wird es gerade im ersten Teil des Buches, weil man sehr viele Charaktere kennenlernt. Man weiß noch nicht, wer für den weiteren Verlauf wichtig ist, wen man nicht vergessen sollte. ;-) Doch auch das legt sich schnell.
Die Charaktere sind auch alle mit sehr viel Liebe zum Detail aufgebaut. Man lernt jedes der Kinder, die sich ES stellen wollen, genau kennen. Sie alle haben neben der Angst vor dem Monster aus der Kanalisation auch "normale" Probleme. Der eine ist zu übergewichtig und wird in der Schule fertig gemacht, der andere hat es zuhause schwer. Die Personen wachsen einem mit der Zeit richtig ans Herz und man begleitet sie ja auch über einen sehr großen Zeitraum.
Das Aufeinandertreffen der erwachsenen Clique fand ich auch sehr spannend. Es scheint fast so, als wären sie nie voneinander getrennt gewesen und doch hat sich jeder verändert.
Jeder kehrt mit gemischten Gefühlen zurück. Und ganz ehrlich, ich glaube, ich wäre dieser Stadt auf ewig fern geblieben.
Doch ES hat die Freunde nie richtig losgelassen.
Mike Hanlon hat die Stadt nie verlassen und er ist es auch, der die Freunde wieder zusammentrommelt. Er arbeitet als Bibliothekar und scheint im Gegensatz zu seinen Freunden ein eher "langweiliges" Leben zu führen. Aus dem einen ist zum Beispiel ein bekannter Architekt geworden, aus einem anderen ein erfolgreicher Autor. Mike scheint währenddessen wie ein Wächter in Derry verharrt zu haben.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere hat mir sehr gefallen, auch wenn sie wie bei Beverly, der einzigen Frau in der Clique, nicht immer positiv verlaufen ist. Aber so spielt das Leben.
Ob sie es gemeinsam mit ES aufnehmen können?
Das verrate ich Euch natürlich nicht. Aber mich hat dieser Roman von Anfang bis Ende gefesselt! Ich hätte gleich nochmal von Vorne anfangen können!
Aber was oder wer ist eigentlich ES?
Das hat mich lange beschäftigt. ES hat jedenfalls viele Gesichter und tritt nicht immer nur als Clown Pennywise auf. Also so viele Horror-Clowns wie erwartet, laufen einem in diesem Roman nicht über den Weg!
Wer sich bisher noch nicht an diesen dicken Klassiker herangewagt hat, sollte es jetzt tun! Mir hat ES sehr gefallen. Es gibt von allem etwas. Sehr viel Spannung, etwas Horror, aber auch Emotionen. Es geht um Ängste, Familie und Freundschaft. ES ist mitreißend und bewegend! Wirklich ein schöner Roman, der mehr ist als nur eine Horror-Story mit einem Clown als Protagonisten.
ES
Stephen King
Roman
Heyne Verlag
Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-50403-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zu diesem Klassiker findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Ihr seht, heute geht es hier mal um einen richtigen Klassiker!!!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Das Leben in Derry, Maine, könnte ruhig und angenehm sein, wenn nicht alle 28 Jahre etwas Schreckliches erwachen und den Frieden stören würde. Es scheint in der Kanalisation auf die Bewohner zu lauern, um dann irgendwann zuzuschlagen.
Das erste Opfer ist der kleine Georgie 1957. Er wird beim Spielen von ES erwischt und seine Leiche übel zugerichtet gefunden. Es folgen weitere Opfer!
Doch was oder wer verbirgt sich hinter diesem "Monster"?
Sieben Freunde schließen sich zusammen, um ES zu besiegen. Als Kinder lernen sie sich kennen und jeder hat seine Erfahrungen mit dem Ungeheuer gemacht. Nach über 25 Jahren ruft einer der Freunde alle wieder zusammen, denn ES hat wieder zugeschlagen. Ein Schwur verbindet sie bis an ihr Lebensende! Nun wollen sie als Erwachsene dem Horror ein Ende setzen!
Meine Meinung:
Von diesem Roman hat sicher schon jeder gehört! ES von Stephen King ist ein echter Klassiker und ich wollte ihn schon seit Jahren lesen. Als nun der neue Kinofilm herausgekommen ist, habe ich mit ES angefangen, denn für mich stand gleich fest, erst wird das Buch gelesen und dann der Film angesehen. :-)
Allerdings bin ich mir nach dem Lesen nicht mehr so sicher, ob der Film was für mich ist. Wahrscheinlich wäre das doch etwas zu viel Horror für mich. ;-)
ES hat über 1500 Seiten und schüchtert einen anfangs vielleicht etwas ein. ;-) Aber dank Kings angenehmen Schreibstils lässt es sich gut und schnell lesen. Außerdem ist es so spannend, dass man ES gar nicht aus der Hand legen möchte!
Dennoch gab es einige Passagen, die mir etwas zu langatmig waren. Der Autor nimmt sich für Beschreibungen immer viel Zeit. Alles wird detailgetreu dargestellt. Man hat so zwar gleich ein genaues Bild vor Augen, aber manchmal war mir persönlich das alles etwas zu detailliert.
Auch die Beschreibung der Entwicklungen in Derry, die eben nicht ES betreffen, waren mir an der ein oder anderen Stelle zu ausführlich.
Trotzdem reißt die Spannung nicht ab!
Und durch diese Bilder, die Stephen King mit seinen Beschreibungen erzeugt, lief mir sehr häufig ein Schauer über den Rücken! Also für zarte Gemüter ist dieser Roman vielleicht eher nichts! ;-)
Etwas unübersichtlich wird es gerade im ersten Teil des Buches, weil man sehr viele Charaktere kennenlernt. Man weiß noch nicht, wer für den weiteren Verlauf wichtig ist, wen man nicht vergessen sollte. ;-) Doch auch das legt sich schnell.
Die Charaktere sind auch alle mit sehr viel Liebe zum Detail aufgebaut. Man lernt jedes der Kinder, die sich ES stellen wollen, genau kennen. Sie alle haben neben der Angst vor dem Monster aus der Kanalisation auch "normale" Probleme. Der eine ist zu übergewichtig und wird in der Schule fertig gemacht, der andere hat es zuhause schwer. Die Personen wachsen einem mit der Zeit richtig ans Herz und man begleitet sie ja auch über einen sehr großen Zeitraum.
Das Aufeinandertreffen der erwachsenen Clique fand ich auch sehr spannend. Es scheint fast so, als wären sie nie voneinander getrennt gewesen und doch hat sich jeder verändert.
Jeder kehrt mit gemischten Gefühlen zurück. Und ganz ehrlich, ich glaube, ich wäre dieser Stadt auf ewig fern geblieben.
Doch ES hat die Freunde nie richtig losgelassen.
Mike Hanlon hat die Stadt nie verlassen und er ist es auch, der die Freunde wieder zusammentrommelt. Er arbeitet als Bibliothekar und scheint im Gegensatz zu seinen Freunden ein eher "langweiliges" Leben zu führen. Aus dem einen ist zum Beispiel ein bekannter Architekt geworden, aus einem anderen ein erfolgreicher Autor. Mike scheint währenddessen wie ein Wächter in Derry verharrt zu haben.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere hat mir sehr gefallen, auch wenn sie wie bei Beverly, der einzigen Frau in der Clique, nicht immer positiv verlaufen ist. Aber so spielt das Leben.
Ob sie es gemeinsam mit ES aufnehmen können?
Das verrate ich Euch natürlich nicht. Aber mich hat dieser Roman von Anfang bis Ende gefesselt! Ich hätte gleich nochmal von Vorne anfangen können!
Aber was oder wer ist eigentlich ES?
Das hat mich lange beschäftigt. ES hat jedenfalls viele Gesichter und tritt nicht immer nur als Clown Pennywise auf. Also so viele Horror-Clowns wie erwartet, laufen einem in diesem Roman nicht über den Weg!
Wer sich bisher noch nicht an diesen dicken Klassiker herangewagt hat, sollte es jetzt tun! Mir hat ES sehr gefallen. Es gibt von allem etwas. Sehr viel Spannung, etwas Horror, aber auch Emotionen. Es geht um Ängste, Familie und Freundschaft. ES ist mitreißend und bewegend! Wirklich ein schöner Roman, der mehr ist als nur eine Horror-Story mit einem Clown als Protagonisten.
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| Madame war es zu unheimlich! ;-) |
ES
Stephen King
Roman
Heyne Verlag
Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-50403-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zu diesem Klassiker findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Sonntag, 16. Juli 2017
Die 7 Farben des Blutes von Uwe Wilhelm
Diesen Thriller solltet Ihr lesen!!!
Worum geht's?
Wer ist Dionysos? Wer ist der Mensch hinter dieser Maske, der in Berlin alle in Angst und Schrecken versetzt?
Staatsanwältin Helena Faber lässt die Mordserie auch ein Jahr danach noch nicht los. Als dann die neue Berliner Wirtschaftssenatorin Ursula Reuben grausam ermordert aufgefunden wird, meint Helena, seine Handschrift zu erkennen. Dionysos ist wieder da und will "sein Werk" fortsetzen. Sofort wird die SoKo "Dionysos" reaktiviert.
Der Täter veröffentlicht nach seinen Taten, die er selbst als "Heilungen" bezeichnet, immer ein Video mit Zitaten aus Werken des Professors Rashid Gibran. Sein Fachgebiet ist die Geschichte des Frauenhasses.
Helena hofft, dass Gibran ihr helfen kann, den Täter und sein Handeln zu verstehen. Kann der Professor sie zu Dionysos führen?
Meine Meinung:
Titel und Cover haben mich als Thriller-Fan gleich für sich gewonnen! ;-) Und auch der Klappentext machte mich sofort neugierig.
Von der ersten Seite an habe ich mich mit dem Schreibstil des Autors wohlgefühlt. Ich konnte richtig mitfiebern und war stellenweise so gefesselt, dass ich beim Lesen vollkommen die Zeit vergessen habe. Aber so muss es bei einem guten Buch ja auch sein! ;-) Nur zum Ende hin empfand ich es stellenweise als etwas zu langatmig. Da hätte ich mir wieder mehr Tempo gewünscht.
Helena Faber, Mutter zweier Kinder, ist mir gleich sympathisch gewesen. Die Karrierefrau ist erfolgreich und weiß, was sie will. Ihr persönliches Schicksal im Verlauf des Falls hat mich sehr mitgenommen. Aber keine Angst, ich verrate nicht zu viel! Nur so viel, sie und die bisherigen Opfer haben ein paar Gemeinsamkeiten und so gerät sie bei der Jagd nach dem Täter selbst in sein Visier.
Mir hat gefallen, dass sie eine sehr hartnäckige und mutige Person ist, die aber auch ihre Schwächen hat.
Die anderen Charaktere passten gut ins Geschehen. Vor allem der Professor. Gibran ist so unausstehlich auf eine gewisse Art. Ein arroganter Mensch, der anderen ohne mit der Wimper zu zucken, alles direkt ins Gesicht sagt. Der zitierte Inhalt seiner Werke und einige seiner Aussagen machte mich stellenweise nachdenklich. Er weiß es zu provozieren. Für Helena ein interessanter Gegenspieler. Sie hat eigentlich eine klare Meinung zu ihm und seinen Werken, doch Gibran übt eine Faszination auf sie aus. Er hat etwas an sich, was man nicht in Worte fassen kann und genau das lässt auch Helena nicht los. Außerdem hofft sie, dass er ihr mehr über den Täter verraten kann.
Der Fall an sich ist wirklich mitreißend! Ein Mensch, der Frauen "heilen" will, die nicht so leben, wie es ursprünglich eigentlich für sie vorgesehen sei. Seine Opfer sind Karrierefrauen, die selbstbewusst durchs Leben gehen und wissen, was sie wollen. Die Leichen werden bestialisch verstümmelt aufgefunden, die Taten gefilmt und die Filme im Internet veröffentlicht. Die "Heilungen" des "großen" Dionysos finden bei manchen kranken Fans sogar Anklang und Zustimmung. Trotz dieses Hanges zur Selbstdarstellung im Internet, ist es einfach unmöglich dieses Phantom zu fassen. Er ist offenbar perfekt organisiert, scheint keine Fehler zu machen. Irgendwann findet Helena heraus, warum gerade diese Frauen sterben mussten und entdeckt ein Muster. Leider rückt genau dieses Muster sie immer mehr in die Schusslinie. Die erfolgreiche Staatsanwältin würde sich als Opfer perfekt in die Reihe der vorherigen einfügen.
Mich hat der Fall wirklich mitfiebern lassen. Die Beschreibungen der Leichen und der Tötungen sind zwar nichts für schwache Nerven, aber es handelt sich ja auch um einen Thriller und keinen heiteren Roman.
In den lebendigen Beschreibungen kann man die Verachtung des Täters richtig spüren. Ganz schön beklemmend.
Schade finde ich allerdings, dass sich mein Verdacht bezüglich Dionysos, den ich ziemlich früh hatte, bestätigt hat. Da waren einige Hinweise einfach zu eindeutig. Ich dachte zwar immer noch, dass es sich vielleicht anders entwickeln könnte, aber dann war doch schnell klar, wer hinter der Maske steckt.
Es kommen zwar noch ein paar andere Verflechtungen hinzu, aber auch das war nicht unvorhersehbar.
Trotzdem hat mir Die 7 Farben des Blutes sehr gefallen. Es ist wirklich sehr gut gemacht, bis auf den einen Kritikpunkt eben. Und obwohl ich schon früh wusste, wer der Täter ist, blieb es weiterhin spannend. Das Warum war ja längst noch nicht geklärt. Wenn sich das Ende nicht so lang gezogen hätte, wäre das Ganze noch weniger ins Gewicht gefallen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass man auch am Leben von Helena Faber so viel Anteil nehmen kann, denn bei ihr passiert einiges. Ihre Figur entwickelt sich sehr im Laufe des Geschehens, was mich persönlich sehr mitgenommen hat. Auch hier hatte man aufgrund der anschaulichen Beschreibungen wieder das Gefühl, ganz nah dran zu sein.
Wer also mal wieder einen guten Thriller verschlingen möchte, der sollte Die 7 Farben des Blutes unbedingt lesen! Ab morgen könnt Ihr dieses Buch kaufen!
Den Autor Uwe Wilhelm kennt der ein oder andere von Euch vielleicht schon!
Er hat bisher zahlreiche Drehbücher, Theaterstücke und Sachbücher geschrieben. Mehr als 120 Drehbücher hat er dabei zum Beispiel für Bernd Eichinger und Til Schweiger verfasst.
Die sieben Farben des Blutes
Uwe Wilhelm
Thriller
Blanvalet Verlag
Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7341-0344-5
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Auf der Homepage des Verlages findet Ihr übrigens noch ein Gewinnspiel!!!
Und natürlich jede Menge Infos zum Thriller selbst!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Wer ist Dionysos? Wer ist der Mensch hinter dieser Maske, der in Berlin alle in Angst und Schrecken versetzt?
Staatsanwältin Helena Faber lässt die Mordserie auch ein Jahr danach noch nicht los. Als dann die neue Berliner Wirtschaftssenatorin Ursula Reuben grausam ermordert aufgefunden wird, meint Helena, seine Handschrift zu erkennen. Dionysos ist wieder da und will "sein Werk" fortsetzen. Sofort wird die SoKo "Dionysos" reaktiviert.
Der Täter veröffentlicht nach seinen Taten, die er selbst als "Heilungen" bezeichnet, immer ein Video mit Zitaten aus Werken des Professors Rashid Gibran. Sein Fachgebiet ist die Geschichte des Frauenhasses.
Helena hofft, dass Gibran ihr helfen kann, den Täter und sein Handeln zu verstehen. Kann der Professor sie zu Dionysos führen?
Meine Meinung:
Titel und Cover haben mich als Thriller-Fan gleich für sich gewonnen! ;-) Und auch der Klappentext machte mich sofort neugierig.
Von der ersten Seite an habe ich mich mit dem Schreibstil des Autors wohlgefühlt. Ich konnte richtig mitfiebern und war stellenweise so gefesselt, dass ich beim Lesen vollkommen die Zeit vergessen habe. Aber so muss es bei einem guten Buch ja auch sein! ;-) Nur zum Ende hin empfand ich es stellenweise als etwas zu langatmig. Da hätte ich mir wieder mehr Tempo gewünscht.
Helena Faber, Mutter zweier Kinder, ist mir gleich sympathisch gewesen. Die Karrierefrau ist erfolgreich und weiß, was sie will. Ihr persönliches Schicksal im Verlauf des Falls hat mich sehr mitgenommen. Aber keine Angst, ich verrate nicht zu viel! Nur so viel, sie und die bisherigen Opfer haben ein paar Gemeinsamkeiten und so gerät sie bei der Jagd nach dem Täter selbst in sein Visier.
Mir hat gefallen, dass sie eine sehr hartnäckige und mutige Person ist, die aber auch ihre Schwächen hat.
Die anderen Charaktere passten gut ins Geschehen. Vor allem der Professor. Gibran ist so unausstehlich auf eine gewisse Art. Ein arroganter Mensch, der anderen ohne mit der Wimper zu zucken, alles direkt ins Gesicht sagt. Der zitierte Inhalt seiner Werke und einige seiner Aussagen machte mich stellenweise nachdenklich. Er weiß es zu provozieren. Für Helena ein interessanter Gegenspieler. Sie hat eigentlich eine klare Meinung zu ihm und seinen Werken, doch Gibran übt eine Faszination auf sie aus. Er hat etwas an sich, was man nicht in Worte fassen kann und genau das lässt auch Helena nicht los. Außerdem hofft sie, dass er ihr mehr über den Täter verraten kann.
Der Fall an sich ist wirklich mitreißend! Ein Mensch, der Frauen "heilen" will, die nicht so leben, wie es ursprünglich eigentlich für sie vorgesehen sei. Seine Opfer sind Karrierefrauen, die selbstbewusst durchs Leben gehen und wissen, was sie wollen. Die Leichen werden bestialisch verstümmelt aufgefunden, die Taten gefilmt und die Filme im Internet veröffentlicht. Die "Heilungen" des "großen" Dionysos finden bei manchen kranken Fans sogar Anklang und Zustimmung. Trotz dieses Hanges zur Selbstdarstellung im Internet, ist es einfach unmöglich dieses Phantom zu fassen. Er ist offenbar perfekt organisiert, scheint keine Fehler zu machen. Irgendwann findet Helena heraus, warum gerade diese Frauen sterben mussten und entdeckt ein Muster. Leider rückt genau dieses Muster sie immer mehr in die Schusslinie. Die erfolgreiche Staatsanwältin würde sich als Opfer perfekt in die Reihe der vorherigen einfügen.
Mich hat der Fall wirklich mitfiebern lassen. Die Beschreibungen der Leichen und der Tötungen sind zwar nichts für schwache Nerven, aber es handelt sich ja auch um einen Thriller und keinen heiteren Roman.
In den lebendigen Beschreibungen kann man die Verachtung des Täters richtig spüren. Ganz schön beklemmend.
Schade finde ich allerdings, dass sich mein Verdacht bezüglich Dionysos, den ich ziemlich früh hatte, bestätigt hat. Da waren einige Hinweise einfach zu eindeutig. Ich dachte zwar immer noch, dass es sich vielleicht anders entwickeln könnte, aber dann war doch schnell klar, wer hinter der Maske steckt.
Es kommen zwar noch ein paar andere Verflechtungen hinzu, aber auch das war nicht unvorhersehbar.
Trotzdem hat mir Die 7 Farben des Blutes sehr gefallen. Es ist wirklich sehr gut gemacht, bis auf den einen Kritikpunkt eben. Und obwohl ich schon früh wusste, wer der Täter ist, blieb es weiterhin spannend. Das Warum war ja längst noch nicht geklärt. Wenn sich das Ende nicht so lang gezogen hätte, wäre das Ganze noch weniger ins Gewicht gefallen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass man auch am Leben von Helena Faber so viel Anteil nehmen kann, denn bei ihr passiert einiges. Ihre Figur entwickelt sich sehr im Laufe des Geschehens, was mich persönlich sehr mitgenommen hat. Auch hier hatte man aufgrund der anschaulichen Beschreibungen wieder das Gefühl, ganz nah dran zu sein.
Wer also mal wieder einen guten Thriller verschlingen möchte, der sollte Die 7 Farben des Blutes unbedingt lesen! Ab morgen könnt Ihr dieses Buch kaufen!
Den Autor Uwe Wilhelm kennt der ein oder andere von Euch vielleicht schon!
Er hat bisher zahlreiche Drehbücher, Theaterstücke und Sachbücher geschrieben. Mehr als 120 Drehbücher hat er dabei zum Beispiel für Bernd Eichinger und Til Schweiger verfasst.
Die sieben Farben des Blutes
Uwe Wilhelm
Thriller
Blanvalet Verlag
Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7341-0344-5
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Auf der Homepage des Verlages findet Ihr übrigens noch ein Gewinnspiel!!!
Und natürlich jede Menge Infos zum Thriller selbst!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!
Donnerstag, 6. Juli 2017
The Girl before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot. von JP Delaney
Unbedingt lesen!!!
Worum geht's?
Ein neues Haus, ein neues Leben? Jane hofft jedenfalls, dass ihr in Folgate Street 1 ein Neuanfang möglich ist. Das hochmoderne Haus in einem schicken Londoner Viertel war nicht leicht zu bekommen. Es scheint ein Privileg zu sein, darin wohnen zu dürfen. Aber genau das verlangt auch einige Opfer der Bewohnerin. Sie muss vieles über sich und ihre Lebensgewohnheiten preis geben und ist einer ständigen Kontrolle ausgesetzt. Doch das nimmt sie in Kauf. Und dann fühlt sich auch noch der Architekt und Eigentümer des Hauses offensichtlich zu ihr hingezogen. Seine besondere Ausstrahlung wirkt gleich auf die junge Frau. Als sie aber erfährt, dass ihre Vormieterin in diesem Haus tragisch zu Tode gekommen sein soll, schleicht sich ein ungutes Gefühl bei Jane ein. Vor allem, weil diese ihr verblüffend ähnlich gesehen haben muss. Sie beginnt Antworten auf ihre Fragen zu suchen. Doch das ungute Gefühl wird nicht besser, je mehr sie erfährt, denn ihr wird bewusst, dass sie und die Tote fast das gleiche Leben führen. Macht das Jane zum nächsten Opfer?
Meine Meinung:
Unbedingt lesen!!!
The Girl before hat mich wirklich mitgenommen und überrascht. Es war mal etwas ganz anderes. Kein Wunder, dass dieser Thriller in England und den USA bereits ein Bestseller ist.
Aber was genau macht dieses Buch aus?
Zum einen hat mir der Aufbau sehr gut gefallen. Im Wechsel wird aus Janes (Heute) und Emmas (Damals) Sicht erzählt. Man merkt schnell, dass es einige Parallelen gibt, aber auch Unterschiede. Ziemlich zu Beginn scheint alles klar zu sein. Ich befürchtete schon, dass es langweilig werden könnte, aber dann nimmt die Handlung noch eine Wendung.
Teilweise hätte es vielleicht etwas zügiger vorangehen können, dennoch kann ich The Girl before nicht als langatmig bezeichnen. Dieser Thriller hat ein eigenes Tempo und irgendwie ging für mich die ganze Zeit über eine gewisse Faszination von der Geschichte aus. Manches ist so unwirklich und dann doch wieder so brutal real. Das allein empfand ich schon als sehr spannend und mitreißen.
Außerdem werden zwischendurch Fragen gestellt, die wohl auch die Bewohner von Folgate Street 1 beantworten sollen. Es sind oft Gewissensfragen und wenn man sie ganz ehrlich beantwortet, fängt man auch ein wenig an, über sich selbst nachzudenken. So war das bei mir jedenfalls.
Durch diese Fragen ist man irgendwie noch aktiver dabei als Leser. Das macht die Atmosphäre perfekt.
Und genau über die Atmosphäre, die JP Delaney erzeugt, hat mich dieser Thriller auch für sich gewinnen können.
Man hat das reduzierte und perfekt erschaffene Folgate Street 1 -Appartment direkt vor Augen, lebt mit den Protagonisten darin. Die Funktionen des Hauses sind mir unheimlich und ich hoffe nicht, dass sich Edwards Prognose bewahrheitet und wir irgendwann alle so leben werden. Andererseits...wenn ich mir unsere Welt heute ansehe, mit Smartphones, Activity Trackern und dem "intelligenten Wohnen" sind wir alle gar nicht weit davon entfernt. Im Gegenteil. Jeder, der dieses Buch lesen wird, denkt sicher, dass er selbst so nie wohnen könnte, aber tun wir das nicht zum größten Teil längst schon?!?!?!
Die Charaktere der beiden Frauen scheinen anfangs sehr ähnlich zu sein, später lernt man sie aber besser kennen.
Jane ist mir eindeutig sympathischer als Emma.
Jane hat vor ihrem Einzug ein Kind verloren und ist davon noch schwer gezeichnet. Für sie soll Folgate Street 1 ein Neuanfang sein, doch nach den ersten Tagen in ihrer neuen Behausung merkt sie, dass es eine gewisse Vorgeschichte zu der Wohnung geben muss. Ein Fremder legt Blumen nieder, die offenbar für jemanden anders gedacht sind. Dann erfährt sie von dem mysteriösen Tod der Vormieterin und beginnt nachzuforschen. Ihr Verhältnis zu dem Architekten Edward hat etwas Unterkühltes. Man fragt sich, was sie an diesem Kerl bloß findet, doch er scheint ihr eine gewisse Form von Sicherheit zu geben.
Ähnlich muss das auch bei Emma gewesen sein. Auch für sie bedeutet die Wohnung einen Neuanfang und dieser bringt einige Veränderungen mit sich. Ich habe sie lange als Opfer wahrgenommen, doch das ist sie nicht.
Beide Frauen sehen sich sehr ähnlich und beide haben etwas mit Edward. Sie scheinen seinem Typ zu entsprechen und haben die Wohnung wohl auch deswegen bekommen. Er will die totale Kontrolle über alles und jeden. Dabei spielt er mit den Menschen um sich herum.
Er ist ein irrer Perfektionist und sehr zwanghaft. Ich habe ihn als unangenehme und bedrohliche Person empfunden, die mir teilweise schon unheimlich geworden ist. Er strahlt eine Arroganz aus, die manchmal nicht auszuhalten ist und behandelt andere Menschen herablassend. Er hat sich eine eigene Welt geschaffen, was vielleicht durch seine Vergangenheit zu erklären ist.
Ich muss wirklich aufpassen, dass ich Euch nicht zu viel verrate! ;-)
Aber Ihr merkt sicher, dass mir dieser Thriller einfach zu gut gefallen hat.
Dabei hat mich das Ende zum größten Teil nicht einmal überrascht. Und dennoch kann man dem Buch wirklich nicht vorwerfen, dass es vorhersehbar oder langweilig ist. Genau das macht The Girl before wohl auch aus.
Und bevor ich diese Rezension schreiben konnte, musste ich ein paar Tage Abstand gewinnen, denn ich war direkt nach dem Lesen so begeistert, dass ich mir dachte, etwas Distanz könnte vielleicht nicht schaden. Doch meine Meinung hat sich nicht geändert! :-)
Es ist wirklich mal etwas Anderes und man hat das Gefühl bei einem Experiment dabei zu sein. Daher kann ich nur sagen: Unbedingt lesen!!!
The Girl before
Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
JP Delaney
Thriller
Paperback, Klappenbroschur
Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-10099-7
€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
Mehr Infos zu diesem Thriller findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Ein neues Haus, ein neues Leben? Jane hofft jedenfalls, dass ihr in Folgate Street 1 ein Neuanfang möglich ist. Das hochmoderne Haus in einem schicken Londoner Viertel war nicht leicht zu bekommen. Es scheint ein Privileg zu sein, darin wohnen zu dürfen. Aber genau das verlangt auch einige Opfer der Bewohnerin. Sie muss vieles über sich und ihre Lebensgewohnheiten preis geben und ist einer ständigen Kontrolle ausgesetzt. Doch das nimmt sie in Kauf. Und dann fühlt sich auch noch der Architekt und Eigentümer des Hauses offensichtlich zu ihr hingezogen. Seine besondere Ausstrahlung wirkt gleich auf die junge Frau. Als sie aber erfährt, dass ihre Vormieterin in diesem Haus tragisch zu Tode gekommen sein soll, schleicht sich ein ungutes Gefühl bei Jane ein. Vor allem, weil diese ihr verblüffend ähnlich gesehen haben muss. Sie beginnt Antworten auf ihre Fragen zu suchen. Doch das ungute Gefühl wird nicht besser, je mehr sie erfährt, denn ihr wird bewusst, dass sie und die Tote fast das gleiche Leben führen. Macht das Jane zum nächsten Opfer?
Meine Meinung:
Unbedingt lesen!!!
The Girl before hat mich wirklich mitgenommen und überrascht. Es war mal etwas ganz anderes. Kein Wunder, dass dieser Thriller in England und den USA bereits ein Bestseller ist.
Aber was genau macht dieses Buch aus?
Zum einen hat mir der Aufbau sehr gut gefallen. Im Wechsel wird aus Janes (Heute) und Emmas (Damals) Sicht erzählt. Man merkt schnell, dass es einige Parallelen gibt, aber auch Unterschiede. Ziemlich zu Beginn scheint alles klar zu sein. Ich befürchtete schon, dass es langweilig werden könnte, aber dann nimmt die Handlung noch eine Wendung.
Teilweise hätte es vielleicht etwas zügiger vorangehen können, dennoch kann ich The Girl before nicht als langatmig bezeichnen. Dieser Thriller hat ein eigenes Tempo und irgendwie ging für mich die ganze Zeit über eine gewisse Faszination von der Geschichte aus. Manches ist so unwirklich und dann doch wieder so brutal real. Das allein empfand ich schon als sehr spannend und mitreißen.
Außerdem werden zwischendurch Fragen gestellt, die wohl auch die Bewohner von Folgate Street 1 beantworten sollen. Es sind oft Gewissensfragen und wenn man sie ganz ehrlich beantwortet, fängt man auch ein wenig an, über sich selbst nachzudenken. So war das bei mir jedenfalls.
Durch diese Fragen ist man irgendwie noch aktiver dabei als Leser. Das macht die Atmosphäre perfekt.
Und genau über die Atmosphäre, die JP Delaney erzeugt, hat mich dieser Thriller auch für sich gewinnen können.
Man hat das reduzierte und perfekt erschaffene Folgate Street 1 -Appartment direkt vor Augen, lebt mit den Protagonisten darin. Die Funktionen des Hauses sind mir unheimlich und ich hoffe nicht, dass sich Edwards Prognose bewahrheitet und wir irgendwann alle so leben werden. Andererseits...wenn ich mir unsere Welt heute ansehe, mit Smartphones, Activity Trackern und dem "intelligenten Wohnen" sind wir alle gar nicht weit davon entfernt. Im Gegenteil. Jeder, der dieses Buch lesen wird, denkt sicher, dass er selbst so nie wohnen könnte, aber tun wir das nicht zum größten Teil längst schon?!?!?!
Die Charaktere der beiden Frauen scheinen anfangs sehr ähnlich zu sein, später lernt man sie aber besser kennen.
Jane ist mir eindeutig sympathischer als Emma.
Jane hat vor ihrem Einzug ein Kind verloren und ist davon noch schwer gezeichnet. Für sie soll Folgate Street 1 ein Neuanfang sein, doch nach den ersten Tagen in ihrer neuen Behausung merkt sie, dass es eine gewisse Vorgeschichte zu der Wohnung geben muss. Ein Fremder legt Blumen nieder, die offenbar für jemanden anders gedacht sind. Dann erfährt sie von dem mysteriösen Tod der Vormieterin und beginnt nachzuforschen. Ihr Verhältnis zu dem Architekten Edward hat etwas Unterkühltes. Man fragt sich, was sie an diesem Kerl bloß findet, doch er scheint ihr eine gewisse Form von Sicherheit zu geben.
Ähnlich muss das auch bei Emma gewesen sein. Auch für sie bedeutet die Wohnung einen Neuanfang und dieser bringt einige Veränderungen mit sich. Ich habe sie lange als Opfer wahrgenommen, doch das ist sie nicht.
Beide Frauen sehen sich sehr ähnlich und beide haben etwas mit Edward. Sie scheinen seinem Typ zu entsprechen und haben die Wohnung wohl auch deswegen bekommen. Er will die totale Kontrolle über alles und jeden. Dabei spielt er mit den Menschen um sich herum.
Er ist ein irrer Perfektionist und sehr zwanghaft. Ich habe ihn als unangenehme und bedrohliche Person empfunden, die mir teilweise schon unheimlich geworden ist. Er strahlt eine Arroganz aus, die manchmal nicht auszuhalten ist und behandelt andere Menschen herablassend. Er hat sich eine eigene Welt geschaffen, was vielleicht durch seine Vergangenheit zu erklären ist.
Ich muss wirklich aufpassen, dass ich Euch nicht zu viel verrate! ;-)
Aber Ihr merkt sicher, dass mir dieser Thriller einfach zu gut gefallen hat.
Dabei hat mich das Ende zum größten Teil nicht einmal überrascht. Und dennoch kann man dem Buch wirklich nicht vorwerfen, dass es vorhersehbar oder langweilig ist. Genau das macht The Girl before wohl auch aus.
Und bevor ich diese Rezension schreiben konnte, musste ich ein paar Tage Abstand gewinnen, denn ich war direkt nach dem Lesen so begeistert, dass ich mir dachte, etwas Distanz könnte vielleicht nicht schaden. Doch meine Meinung hat sich nicht geändert! :-)
Es ist wirklich mal etwas Anderes und man hat das Gefühl bei einem Experiment dabei zu sein. Daher kann ich nur sagen: Unbedingt lesen!!!
The Girl before
Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
JP Delaney
Thriller
Paperback, Klappenbroschur
Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-10099-7
€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
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Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Mittwoch, 5. Juli 2017
Scharfe Hunde von Nicola Förg (Alpen-Krimi)
Ein neuer Alpen-Krimi von Nicola Förg!
Worum geht's?
Die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl ermitteln wieder. Drei Tote geben Rätsel auf. Mord oder Suizid? Der Besitzer einer Outdoor-Agentur, ein Camping-Urlauber aus Holland und eine alte, gutbetuchte Dame aus dem Werdenfelser Land werden tot aufgefunden. Die Gemeinsamkeit, mal abgesehen davon, dass sie alle tot sind, sie starben an einer Eisenhutvergiftung.
Bevor Mangold und ihre Kollegin mit den Ermittlungen loslegen können, kippt kurz vor Garmisch ein LKW aus Ungarn um. Beladen mit Käfigen voller Hundewelpen. Das würde die Arbeit der Kommissarin wahrscheinlich nicht berühren, hätte man nicht im Fahrerhaus des LKW die Adresse der toten, älteren Dame gefunden. Wie passt das zusammen?
Mangold und Reindl führen die Ermittlungen in ein gefährliches Milieu, in dem es um viel Geld geht.
Meine Meinung:
Endlich mal wieder ein Alpen-Krimi rund um Mangold und ihre Kollegin Reindl. Das hier ist nicht der erste Fall, den ich von den beiden lese und ich mag sie einfach. Die Charaktere, die Atmosphäre. Es ist diese Mischung aus Spannung und Gemütlichkeit.
Die beiden Kommissarinnen sind mir sehr sympathisch.
Irmi Mangold ist ein Arbeitstier. Neben ihrem Job gibt es nicht viel Platz für andere Dinge. Ihrer eigenen Aussage nach, hat sie so viele Überstunden, dass sie sofort in Rente gehen könne ;-) . Und das mit ca. mitte 50. Äußerlich ist sie eher der gemütliche Typ. Sie schafft es eben auch nicht öfter zum Friseur als zweimal im Jahr, geschweige denn zur Kosmetikerin.
Irmi lebt zusammen mit ihrem Bruder und zwei Katzen auf einem Bauernhof. Beide sind nicht verheiratet, Irmi hat aber einen Freund, der hin und wieder mal vorbeikommt. Manchmal überkommt sie das Gefühl von Einsamkeit. Immer dann, wenn andere wieder von Geburtstagsfeiern und Kommunionen im Kreis der Familie erzählen. All das hat Irmi nicht und genau das wird ihr dann doch bewusst.
Irmi ist eher der burschikose Typ Frau, hat aber ein weiches Herz!
Reindl ist alleinerziehende Mutter einer 16-jährigen Tochter, jünger als Irmi und schlanker ;-). Sie ist eine direkte Person und nennt die Dinge beim Namen. Manches Mal aber vielleicht doch ein wenig zu vorschnell.
Der Fall an sich hat mir gefallen und war auch mal was anderes.
Die drei Toten scheinen anfangs nichts miteinander gemeinsam zu haben. Nach den Untersuchungen der Leichen steht dann aber fest, dass alle an einer Eisenhutvergiftung gestorben sind.
Die ältere Dame stirbt noch vor den beiden Männern. Aufgrund eines Verdachtes ihres Enkels wird ihre Leiche exhumiert und die Todesursache erneut untersucht. Dabei wird etwas interessantes entdeckt!
Der verunglückte Tiertransporter führt die Ermittlerinnen bis nach Ungarn. In welchem Zusammenhang alles steht, das verrate ich natürlich nicht!
Die Alpen-Krimis gefallen mir sehr, denn sie haben etwas Gemütliches an sich. Nicola Förg hat einen sehr angenehmen Schreibstil, man könnte den Fall einfach so weglesen. Auch gefallen hat mir, dass man auch vom Leben der Kommissarinnen einiges erfährt. Und die Beschreibungen sind sehr gelungen. Detailliert, aber nicht zu ausschweifend. Man bekommt ein genaues Bild von Personen oder der Landschaft. Etwas schwieriger wird es beim Kollegen Sailer. Sein Dialekt ist gewöhnungsbedürftig! ;-) Macht das ganze aber authentisch! :-)
Die Krimis von Nicola Förg lassen sich wirklich sehr gut lesen und dieser Fall hatte auch überraschende Wendungen und Verstrickungen.
Ich freu mich schon auf den nächsten Fall von dem Ermittlerinnen-Duo!
Scharfe Hunde
Nicola Förg
Alpen-Krimi
Pendo Verlag
Paperback
ISBN: 978-3-86612-418-9
€ 15,00 [D], € 15,50
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Worum geht's?
Die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl ermitteln wieder. Drei Tote geben Rätsel auf. Mord oder Suizid? Der Besitzer einer Outdoor-Agentur, ein Camping-Urlauber aus Holland und eine alte, gutbetuchte Dame aus dem Werdenfelser Land werden tot aufgefunden. Die Gemeinsamkeit, mal abgesehen davon, dass sie alle tot sind, sie starben an einer Eisenhutvergiftung.
Bevor Mangold und ihre Kollegin mit den Ermittlungen loslegen können, kippt kurz vor Garmisch ein LKW aus Ungarn um. Beladen mit Käfigen voller Hundewelpen. Das würde die Arbeit der Kommissarin wahrscheinlich nicht berühren, hätte man nicht im Fahrerhaus des LKW die Adresse der toten, älteren Dame gefunden. Wie passt das zusammen?
Mangold und Reindl führen die Ermittlungen in ein gefährliches Milieu, in dem es um viel Geld geht.
Meine Meinung:
Endlich mal wieder ein Alpen-Krimi rund um Mangold und ihre Kollegin Reindl. Das hier ist nicht der erste Fall, den ich von den beiden lese und ich mag sie einfach. Die Charaktere, die Atmosphäre. Es ist diese Mischung aus Spannung und Gemütlichkeit.
Die beiden Kommissarinnen sind mir sehr sympathisch.
Irmi Mangold ist ein Arbeitstier. Neben ihrem Job gibt es nicht viel Platz für andere Dinge. Ihrer eigenen Aussage nach, hat sie so viele Überstunden, dass sie sofort in Rente gehen könne ;-) . Und das mit ca. mitte 50. Äußerlich ist sie eher der gemütliche Typ. Sie schafft es eben auch nicht öfter zum Friseur als zweimal im Jahr, geschweige denn zur Kosmetikerin.
Irmi lebt zusammen mit ihrem Bruder und zwei Katzen auf einem Bauernhof. Beide sind nicht verheiratet, Irmi hat aber einen Freund, der hin und wieder mal vorbeikommt. Manchmal überkommt sie das Gefühl von Einsamkeit. Immer dann, wenn andere wieder von Geburtstagsfeiern und Kommunionen im Kreis der Familie erzählen. All das hat Irmi nicht und genau das wird ihr dann doch bewusst.
Irmi ist eher der burschikose Typ Frau, hat aber ein weiches Herz!
Reindl ist alleinerziehende Mutter einer 16-jährigen Tochter, jünger als Irmi und schlanker ;-). Sie ist eine direkte Person und nennt die Dinge beim Namen. Manches Mal aber vielleicht doch ein wenig zu vorschnell.
Der Fall an sich hat mir gefallen und war auch mal was anderes.
Die drei Toten scheinen anfangs nichts miteinander gemeinsam zu haben. Nach den Untersuchungen der Leichen steht dann aber fest, dass alle an einer Eisenhutvergiftung gestorben sind.
Die ältere Dame stirbt noch vor den beiden Männern. Aufgrund eines Verdachtes ihres Enkels wird ihre Leiche exhumiert und die Todesursache erneut untersucht. Dabei wird etwas interessantes entdeckt!
Der verunglückte Tiertransporter führt die Ermittlerinnen bis nach Ungarn. In welchem Zusammenhang alles steht, das verrate ich natürlich nicht!
Die Alpen-Krimis gefallen mir sehr, denn sie haben etwas Gemütliches an sich. Nicola Förg hat einen sehr angenehmen Schreibstil, man könnte den Fall einfach so weglesen. Auch gefallen hat mir, dass man auch vom Leben der Kommissarinnen einiges erfährt. Und die Beschreibungen sind sehr gelungen. Detailliert, aber nicht zu ausschweifend. Man bekommt ein genaues Bild von Personen oder der Landschaft. Etwas schwieriger wird es beim Kollegen Sailer. Sein Dialekt ist gewöhnungsbedürftig! ;-) Macht das ganze aber authentisch! :-)
Die Krimis von Nicola Förg lassen sich wirklich sehr gut lesen und dieser Fall hatte auch überraschende Wendungen und Verstrickungen.
Ich freu mich schon auf den nächsten Fall von dem Ermittlerinnen-Duo!
Scharfe Hunde
Nicola Förg
Alpen-Krimi
Pendo Verlag
Paperback
ISBN: 978-3-86612-418-9
€ 15,00 [D], € 15,50
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Montag, 12. Juni 2017
Der Tod so kalt von Luca D'Andrea
Spannung bis zur letzten Seite!!!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Tatort Bletterbach-Schlucht in Südtirol: 1985 werden dort drei junge Menschen brutal ermordet und bestialisch verstümmelt aufgefunden. Der oder die Täter können nicht ermittelt werden. Es wird zwar vermutet, dass es jemand aus dem Bekanntenkreis der jungen Einheimischen gewesen sein muss, doch weiter führen die Nachforschungen nicht. Das Dorf zeigt sich nicht sehr kooperativ.
30 Jahre später folgt Jeremiah Salinger seiner Frau Annelise in ihr Heimatdorf Siebenhoch in der Nähe vom Bletterbach. Als er von den mysteriösen drei jungen Toten, die damals von seinem Schwiegervater gefunden worden sind, erfährt, packt ihn die Neugier und Jeremiah beginnt zu ermitteln. Jeder rät ihm davon ab, mit Nachdruck, doch davon lässt er sich nicht beirren. Er schlägt alle Warnungen in den Wind, merkt aber bald, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Jeder, der sich mit dem Fall beschäftigt, scheint dem Fluch des Bletterbachs zum Opfer zu fallen.
Meine Meinung:
Dieser Thriller hat mich wirklich überrascht!
Anfangs habe ich mich etwas schwer getan, doch nach den ersten Seiten ist es dann passiert. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Und selbst kurz vor Schluss hört dieses Gefühl nicht auf. Ganz im Gegenteil!
Erzählt wird aus Jeremiah Salingers Sicht. Er, seine Frau Annelise und Tochter Clara kommen nach Siebenhoch in Südtirol, um sich eine Auszeit zu gönnen. Zuvor lebt die Familie in New York. Jeremiah arbeitet dort gemeinsam mit seinem Freund Mike als Dokumentarfilmer und ist lange Zeit erfolgreich. Als es für Jeremiah schlechter läuft, beschießt die Familie in Annelises Heimatdorf Siebenhoch zu reisen.
Ein kleines Dorf in Südtirol mit etwa 700 Einwohnern. Nach der Ankunft wird gleich klar, hier ticken die Uhren noch ganz anders. Die Stimmung ist wirklich gut dargestellt. Man glaubt, selbst dabei zu sein.
Jeremiahs Schwiegervater Werner gehörte damals zu dem Suchtrupp, der die bestialisch verstümmelten Leichen der jungen Leute gefunden hat. Er erzählt ihm davon und löst bei Jeremiah etwas aus, womit wohl keiner gerechnet hätte. Die anfängliche Neugier wird schnell zur Besessenheit. Trotz zahlreicher Warnungen, die Finger von der Geschichte zu lassen, kann Jeremiah nicht aufhören. Dadurch bringt er sich und seine Lieben in Gefahr. Dennoch schlägt er alle Warnungen in den Wind und macht sich damit im Dorf keine Freunde.
Die Geschichte um die drei Toten bringt ihn außerdem auf die Idee mit seinem Freund Mike einen neuen Dokumentarfilm zu drehen. Vom Hubschrauber aus soll gefilmt werden, doch bei den Dreharbeiten kommt es zu einem folgenschweren Unglück, das Salinger indirekt durch seinen Starrsinn auslöst.
Diese krankhafte Besessenheit ist ein Grund, warum ich bei der Person Salinger zwigespalten bin. Mal ist er einem sympathisch, zum Beispiel im Umgang mit seiner kleinen Tochter, und dann vergisst er wieder alles und jeden um sich herum und bringt andere in Gefahr, nur um der Wahrheit näher zu kommen. Dabei versucht er sich unter anderem das Vertrauen der Einheimischen zu erschleichen, um Hinweise zu erhalten.
Das Dorf war mir manchmal schon fast unheimlich, da es zahlreiche unvorhersehbare Verflechtungen gibt, keiner über die drei Toten sprechen möchte und man deutlich merkt, dass niemand die alten Wunden wieder aufkratzen soll.
Man kennt diese Situation schon aus vielen Krimis, ob Buch oder Film. Vor Jahren ist etwas Schreckliches passiert, das düstere Dorf und seine Bewohner schweigen, dann kommt eine Person von Außen dazu, die plötzlich alles wieder ausgraben möchte und Unruhe in das Leben der Menschen bringt, die sich mit ihren Lügen bis dahin so gut arrangiert haben. Von der Grundidee her also nichts neues. Trotzdem ist es sehr gut umgesetzt worden und wirklich mitreißend und sogar überraschend! Und gerade am Ende kommt nochmal alles ganz anders, als ich vermutet hätte. Genau das hat mich an diesem Thriller so begeistert!
Auch mit all den Verbindungen der Personen untereinander hätte ich so nicht gerechnet.
Der Tod so kalt hat mich wirklich positiv überrascht und wird mich wohl noch eine Weile begleiten.
Daher unbedingt lesen!!!
Der Tod so kalt
Luca D'Andrea
Thriller
DVA Verlag
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-421-04759-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zum Thriller gibt's HIER!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Mittwoch, 24. Mai 2017
Into the water von Paula Hawkins
Into the water
Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Als Julia eines Tages in ihre alte Heimat Beckford zurückkehrt, weiß sie, was sie dort neben furchtbaren Erinnerungen erwarten wird. Ihre Schwester Nel ist tot. Sie soll sich selbst das Leben genommen haben. Julia hat ihre Schwester 15 Jahre lang nicht mehr gesehen und hatte so gut wie keinen Kontakt zu ihr. Dennoch ist ihr eines klar, Nel hätte sich niemals das Leben genommen. Besonders dramatisch ist, dass Nel vor ihrem Tod noch verzweifelt versucht hat, mit Julia zu telefonieren. Sie musste ihr etwas anvertrauen.
In Beckford wird Julia mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und muss sich um ihre Nichte kümmern. Lena ist bockig, stur und scheint mehr zu wissen, doch Julia kommt einfach nicht an die Jugendliche heran. Außerdem lässt sie eines einfach nicht los. Sie kann nicht glauben, dass Nel sich umgebracht hat. Egal, was die Polizei auch sagt. Es muss etwas vorgefallen sein...
Meine Meinung:
Dieser Roman hat mich nicht mehr losgelassen. Einmal angefangen, habe ich ihn nicht mehr zur Seite legen können und in kürzester Zeit verschlungen. Woran das gelegen hat? An so vielem! Der Aufbau ist einfach sehr gut, die Charaktere spannend und die Geschichte an sich fesselnd.
Aber der Reihe nach.
Als Julia (Jules) wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt, ist sie aufgewühlt. Diese Konfrontation wollte sie eigentlich vermeiden und nun ist ihre Schwester "schuld" daran, dass sie sich dem Ganzen doch stellen muss. Die beiden Schwestern hatten ein schwieriges Verhältnis zueinander, wie man im Laufe der Erzählung immer deutlicher spürt. Die Beschreibungen lassen Nel nicht gerade sympathisch wirken. Jules scheint immer das kleine, pummelige, hässliche Entlein neben dem wunderhübschen Schwan Nel gewesen zu sein. Nicht nur die Mitschüler, auch ihre eigene Schwester haben die unsichere Jules verspottet, geärgert und ausgegrenzt.
Jules schämt sich als Kind, als Jugendliche und macht eine harte Zeit durch. Es kommt irgendwann auch zu einem schlimmen Vorfall, hier will ich aber nicht mehr verraten!
All das und noch viel mehr sorgt dafür, dass Julia nicht gern zurückdenkt und das alles am liebsten hätte ruhen lassen. Doch der Tod ihrer Schwester und all die Dinge, die damit in Verbindung zu stehen scheinen, wühlen alles wieder auf.
Jules nimmt einen mit in die Vergangenheit. Man lernt sie und ihre Schwester kennen. Mit Jules habe ich oft mitgelitten. Man stellt sich immer wieder eine Frage. Warum nur benimmt sich Nel immer wieder so? Sie scheint es zu lieben, mit ihrer Schwester und anderen zu spielen. Scheut dabei keinen Ärger und provoziert richtig gern. Könnte ihr das am Ende das Genick gebrochen haben? Sehr beliebt war sie jedenfalls nicht.
Im Laufe der Erzählungen wird deutlich, dass sie sich in Dinge gesteckt hat, die andere gern ruhen lassen wollen. Nel wollte ein Buch über den Fluss schreiben, in dem so viele Frauen tragisch zu Tode gekommen sind, in dem schon Hexen "geprüft" worden sind und in dem sie am Ende sogar selbst stirbt.
Der Fluss Drowning Pool und vielmehr noch seine Opfer übt auf einige eine gewisse Faszination aus. Vor allem Nel ist schon als kleines Mädchen von den tragischen Todesfällen begeistert und liebt es mit Geschichten über Tote und Geister ihrer Schwester Angst einzujagen.
Doch auch mir wurde der Fluss mit der Zeit immer unheimlicher. Während des Lesens hatte ich manchmal ein beklemmendes Gefühl. Paula Hawkins hat einen schönen und anschaulichen Schreibstil. Sie reißt einen richtig mit und schafft es, Emotionen auszulösen. Man spürt die Trauer, Wut und Verzweiflung der Handelnden richtig. Und ich habe wirklich mitgefiebert.
Im Laufe der Ermittlungen unter Detective Inspector Sean Townsend erfährt man immer mehr über die Todesfälle der Vergangenheit und den Fluss. Viele Fälle liegen Ewigkeiten zurück, doch kurz bevor Nel stirbt, stürzt sich auch ein junges Mädchen in den Tod. Schnell drängt sich der Gedanke auf, dass es Zusammenhänge geben könnte. Auch hier, verrate ich aber nicht zu viel.
Die Charaktere haben mir alle gefallen und vor allem auch die Verknüpfungen der einzelnen Personen. Auch Lena, Nels Tochter, hat mich neugierig gemacht und ich war immer hin - und hergerissen. Ist sie einfach nur so wütend, weil sie vor lauter Trauer zerspringen könnte oder hat sie auch eine ganz andere Seite. Weiß sie vielleicht doch mehr? Sie hat etwas Kühles an sich, kann sehr emotional und unüberlegt sein, aber auch kontrolliert und unnahbar. Wirklich spannend! Irgendwie hatte jede Person etwas Besonderes an sich.
Der Fall ist insgesamt wirklich sehr gut aufgebaut und es gibt interessante Wendungen. Der Aufbau des Romans hat mir auch sehr gut gefallen. Die Kapitel sind nach Charakteren benannt und mit jedem Abschnitt wechselt man in die Perspektive des jeweiligen Charakters. Das war für mich anfangs neu und ungewohnt, hat mir im Laufe des Buches aber immer besser gefallen. Das gibt dem Roman eine gewisse Dynamik und Spannung und ist mal was anderes. Vielleicht liegt es auch mit daran, dass es keine langatmigen Stellen gibt.
Into the water hat mich vom Cover her gleich angesprochen und bis zur letzten Seite wirklich nicht enttäuscht. Jetzt, wo ich das Buch durchgelesen habe, bin ich sogar etwas traurig darüber, dass es schon vorbei ist. Ich hätte ewig weiterlesen können.
Into the water
Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
Paula Hawkins
Roman
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7645-0523-3
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zu Into the water gibt's HIER!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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