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Freitag, 21. Dezember 2018

Der Outsider - Stephen King

Vor Weihnachten muss ich Euch unbedingt noch diesen Roman von Stephen King vorstellen. Ihr habt ihn sicher schon in der Buchhandlung stehen sehen und wenn Ihr bisher ohne ein Exemplar den Buchladen verlassen habt, dann solltet Ihr das schnell noch ändern! :-) 


Worum geht's?
Im Stadtpark eines kleinen beschaulichen Ortes wird die Leiche eines Kindes gefunden. Der 11-jährige Junge ist schwer misshandelt und sein Leichnam übel zugerichtet worden. Der Fall schockiert alle, aber noch unfassbarer ist, dass alle in Flint City den Täter kennen. Aussagen von Augenzeugen, DNA-Spuren am Tatort - alles führt eindeutig zu einer Person! Terry Maitland, Englischlehrer und Coach der Jugendbaseballmannschaft. Ein "guter Mensch", wie jeder bisher dachte. Alle kennen ihn, alle mögen ihn. Auch Detective Ralph Anderson kennt ihn nur zu gut, sein Sohn wird von ihm trainiert. Und doch bleibt ihm nichts anderes übrig, als Maitland festzunehmen. Dieser hat zwar ein Alibi, doch alle anderen Spuren sind eindeutig. Im Laufe der Ermittlungen überschlagen sich die Ereignisse und alles nimmt einen tragischen, nicht zu erwartenden Verlauf. Und dann ergeben sich plötzlich auch immer mehr Ungereimtheiten. Am Ende scheint alles möglich zu sein!


Meine Meinung:
Ich bin ein großer Fan von Stephen Kings Werken und auch "Der Outsider" hat mir wieder sehr gefallen! Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mitgefiebert und mich stellenweise richtig gegruselt. 
King schafft es wieder genau das richtige Maß an Übersinnlichem zu erschaffen. Es geschehen unfassbar grausame und gruselige Sachen und manchmal traut man seinen Augen nicht. 

Mir hat das Spiel mit der Doppelgängerillusion sehr gefallen. Kann es sein, dass man einen Doppelgänger hat, der einen in so eine Situation bringen könnte? Es heißt ja, dass jeder Mensch auf der Welt mindestens ein Ebenbild haben soll.

Achtung - Spoiler

Der Outsider ist aber mehr als einfach nur ein Doppelgänger. Er ist das Böse in einer wandelbaren Gestalt und nährt sich am Leid und Elend der anderen.

Ich mochte es sehr, wie King beginnt. Der Fall scheint ein "normaler" Fall in einer "normalen" Welt zu sein. Furchtbar grausam, aber nicht unmöglich. Die Spuren, die zum Täter führen, die Ermittlungen insgesamt, alles verläuft "normal". Man hat das Gefühl einen normalen Thriller vor sich zu haben. Natürlich ist einem klar, dass es am Ende nicht so einfach sein kann. Es muss irgendwie eine Erklärung dafür geben, dass dieser unbescholtene Bürger, der liebende Familienvater, der überall beliebte Lehrer und Coach, so eine grausame Tat begangen haben soll.
Nach und nach kommen Ungereimtheiten und immer mehr übersinnliche Momente hinzu und man merkt, dass man sich mitten in einem Stephen King befindet. Diesen Übergang mochte ich sehr.

Und vor allem den Gedanken beim Lesen, dass es bis zu einem gewissen Punkt tatsächlich so hätte passieren können. Es ist nicht unmöglich, dass unschuldige Personen durch ungünstige Umstände in Verdacht geraten. Was würde man machen, wenn man selber in diese Situation kommt? 

Man leidet mit Maitland und seiner Familie richtig mit und nach und nach begreift man erst, wie viel Elend und Unglück diese Menschen erfahren. Und lange Zeit ist der wahre Täter einfach nicht greifbar und im Grunde wird er das nie richtig.

Es ist schon wahnsinn, mit welcher Grausamkeit dieser Outsider auf seine Opfer einwirkt. Er spielt mit ihren Ängsten, mit ihren Schwächen und nutzt alles, um sie sich gefügig zu machen!
Und am Ende, wenn einem die Zusammenhänge immer klarer werden, bleibt man schon ein wenig fassunglos zurück.

Zu den Charakteren kann ich gar nicht viel sagen. Ralph Anderson ist ein sympathischer, durchschnittler Detective. Gemütlich und eben "normal". Nach seiner öffentlichen Festnahme von Maitland und den weiteren Geschehnissen kommen ihm Zweifel und man merkt, dass sich sein Gewissen regt. 
Interessanter finde ich Holly Gibney, die etwa ab der zweiten Hälfte des Romans hinzukommt. Sie ist mir im Gedächtnis geblieben mit ihrer Art und ihren kleinen Eigenheiten. Ich fand sie gleich sympathisch und hab sie gern bei ihren Nachforschungen begleitet. Mit ihr bekommt das Übersinnliche langsam einen Namen! 


Also wieder mal ein Buch, das mich sehr mitgenommen und noch lange beschäftigt hat. Sehr zu empfehlen!


Der Outsider
Stephen King
Roman
Hardcover
Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-27184-5
€ 26,00 [D], 26,80 [A]

Mehr Infos findet Ihr HIER!

Viele Grüße vom Cocolinchen!


Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Mittwoch, 24. Januar 2018

Wie der Wind und das Meer von Lilli Beck


Bildquelle: Bloggerportal


Worum geht's?
Nach einem Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul allein durch München. In den Trümmern der Stadt sucht er nach einem Unterschlupf und trifft dabei auf die kleine Sarah. Sie sieht seiner Schwester auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Als Paul realisiert, dass es sich definitiv nicht um seine beim Angriff ums Leben gekommene Schwester handelt, beschließt er trotzdem die Kleine nicht allein zu lassen. Auch Sarah hat ihre Familie verloren und Paul bringt es nicht übers Herz, ohne sie weiterzugehen. Also schließen sich die beiden zusammen und vereinbaren von nun als Geschwister durchs Leben zu gehen.
Was mit einer kleinen Lüge beginnt, entwickelt sich über die Jahre immer weiter. Die beiden "Geschwister" werden sogar von einem Ehepaar adoptiert. Es könnte alles so schön sein, da beide einen Beruf lernen und ein geregeltes Leben führen können.
Doch es kommt alles anders. Die "Geschwister" entwickeln Gefühle füreinander, die Bruder und Schwester nicht füreinander empfinden dürften. Und diese Gefühle werden immer stärker. Sie wollen gemeinsam abhauen und ein neues Leben beginnen, nicht als Geschwister, sondern als Paar, doch so einfach, wie gedacht, funktioniert auch das wieder nicht. Und dann wird Sarah auch noch schwanger.




Meine Meinung:
Eine Liebe, die nicht sein darf, obwohl sie eigentlich erlaubt wäre!
Für Sarah und Paul ist diese Situation irgendwann nicht mehr zu ertragen. Als sie noch Kinder sind, geben sie sich als Geschwister aus und kämpfen sich zusammen durch und genau diese Lüge bereuen sie ein paar Jahre später, denn man kann sie nicht mal eben wieder ungeschehen machen. Die beiden wünschen sich, offiziell ein Liebespaar sein zu dürfen, doch in ihrer Heimat wird das nicht möglich sein. Sie befürchten schlimme Sanktionen und sehen daher nur noch einen Ausweg! Flucht in ein neues Leben! Doch auch das funktioniert nicht so, wie geplant.


Die Geschichte um die beiden ist schon berührend und teilweise mitreißend, aber einige Abschnitte empfand ich als zu langatmig. So sehr wie erwartet, hat mich dieser Roman auch gar nicht begeistern können. Leider!
Die Liebesgeschichte zwischen Paul und Sarah hat zwar etwas Tragisches, aber irgendwie konnten die beiden mich nicht komplett erreichen.

Ich konnte weder mit Paul noch mit Sarah als Charakter warm werden. Mochte ich die beiden oder nicht? Das ist schwer zu sagen. Die Protagonisten waren mir nicht unbedingt unsympathisch, aber irgendwie konnte der Funke einfach nicht überspringen. Sie konnten mich einfach nicht erreichen. Schade!
Ich habe auch das Gefühl, sie beide nicht richtig greifen zu können.

Die beiden lernen natürlich auch einige Menschen kennen, gleich zu Anfang schließen sie sich einer Gruppe von Kindern an, die in den Trümmern Münchens ums Überleben kämpfen und niemanden mehr haben außer einander.
Gerade da wird einem bewusst, wie es 1945 in Deutschland wirklich ausgesehen hat. Gebäude liegen in Trümmern, es mangelt an allem und keiner weiß, wo es hingehen soll. Eine furchteinflößende Situation. Die Autorin beschreibt das alles sehr anschaulich. Man kann hier wirklich gut in den Roman eintauchen und mitfühlen. Gerade die Anfangsszene im Schutzkeller fängt die Angst der Betroffenen sehr gut ein. Man fiebert richtig mit!

Paul und Sarah haben nach diesem Fliegerangriff alles verloren und machen trotzdem weiter. Sie sind mutig und sehr tapfer. Gegenseitig geben sie sich immer wieder Halt und werden zu einer kleinen Familie.
Nachdem sie sich von der "Kinderbande" trennen, lernen sie eine ältere Marktfrau kennen, die sie bei sich aufnimmt. Eine liebe Frau, die das Herz auf der Zunge trägt und ein bisschen einfacher gestrickt ist. Doch auch diese Station ist nicht für die Ewigkeit vorgesehen.

Es kommt, wie es kommen muss, die beiden Geschwister landen schließlich im Waisenhaus und werden später adoptiert.
Ab diesem Zeitpunkt empfand ich die Erzählung als immer oberflächlicher. Ich konnte wirklich merken, wie ich mich immer mehr von der Handlung entfernt habe. Leider!
Auch die Liebesgeschichte, die sich ab da entwickelt,  berührte mich nicht mehr. Für mich persönlich wurden die Schwerpunkte einfach unpassend gesetzt. Das ist jetzt wirklich nur meine persönliche Meinung, ich will nicht behaupten, dass der Roman "falsch" aufgebaut worden ist! Das möchte ich mir nicht anmaßen. Aber gerade die Ereignisse, die mich persönlich sehr interessiert hätten, wurden eher kurz und knapp erzählt und anderes, meiner Meinung nach Nebenhandlungen, zu sehr ausgebreitet.
Das hat mir nicht gefallen und daher konnte mich die Geschichte von Seite zu Seite leider immer weniger berühren und mitnehmen, was ich als sehr schade empfinde, da ich die Idee an sich wirklich sehr gut finde!

Trotzdem wollte ich natürlich wissen, ob es ein Happy End gibt! Das verrate ich Euch aber nicht! ;-)



Wie der Wind und das Meer
Lilli Beck
Roman
Blanvalet Verlag
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-7645-0577-6
[D]  19,99  [A] 20,60


Mehr Infos zum Roman findet Ihr HIER!

Viele Grüße vom Cocolinchen!

Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Donnerstag, 23. November 2017

ES von Stephen King

Habt Ihr Angst vor Clowns? ;-) Ich ja, aber nicht erst seit ich Stephen Kings Pennywise kenne! ;-)

Ihr seht, heute geht es hier mal um einen richtigen Klassiker!!!


Bildquelle: Bloggerportal



Worum geht's?
Das Leben in Derry, Maine, könnte ruhig und angenehm sein, wenn nicht alle 28 Jahre etwas Schreckliches erwachen und den Frieden stören würde. Es scheint in der Kanalisation auf die Bewohner zu lauern, um dann irgendwann zuzuschlagen.
Das erste Opfer ist der kleine Georgie 1957. Er wird beim Spielen von ES erwischt und seine Leiche übel zugerichtet gefunden. Es folgen weitere Opfer!
Doch was oder wer verbirgt sich hinter diesem "Monster"?
Sieben Freunde schließen sich zusammen, um ES zu besiegen. Als Kinder lernen sie sich kennen und jeder hat seine Erfahrungen mit dem Ungeheuer gemacht. Nach über 25 Jahren ruft einer der Freunde alle wieder zusammen, denn ES hat wieder zugeschlagen. Ein Schwur verbindet sie bis an ihr Lebensende! Nun wollen sie als Erwachsene dem Horror ein Ende setzen!


Meine Meinung:
Von diesem Roman hat sicher schon jeder gehört! ES von Stephen King ist ein echter Klassiker und ich wollte ihn schon seit Jahren lesen. Als nun der neue Kinofilm herausgekommen ist, habe ich mit ES angefangen, denn für mich stand gleich fest, erst wird das Buch gelesen und dann der Film angesehen. :-)
Allerdings bin ich mir nach dem Lesen nicht mehr so sicher, ob der Film was für mich ist. Wahrscheinlich wäre das doch etwas zu viel Horror für mich. ;-)


ES hat über 1500 Seiten und schüchtert einen anfangs vielleicht etwas ein. ;-) Aber dank Kings angenehmen Schreibstils lässt es sich gut und schnell lesen. Außerdem ist es so spannend, dass man ES gar nicht aus der Hand legen möchte!
Dennoch gab es einige Passagen, die mir etwas zu langatmig waren. Der Autor nimmt sich für Beschreibungen immer viel Zeit. Alles wird detailgetreu dargestellt. Man hat so zwar gleich ein genaues Bild vor Augen, aber manchmal war mir persönlich das alles etwas zu detailliert.  
Auch die Beschreibung der Entwicklungen in Derry, die eben nicht ES betreffen, waren mir an der ein oder anderen Stelle zu ausführlich.
Trotzdem reißt die Spannung nicht ab!

Und durch diese Bilder, die Stephen King mit seinen Beschreibungen erzeugt, lief mir sehr häufig ein Schauer über den Rücken! Also für zarte Gemüter ist dieser Roman vielleicht eher nichts! ;-)

Etwas unübersichtlich wird es gerade im ersten Teil des Buches, weil man sehr viele Charaktere kennenlernt. Man weiß noch nicht, wer für den weiteren Verlauf wichtig ist, wen man nicht vergessen sollte. ;-) Doch auch das legt sich schnell.

Die Charaktere sind auch alle mit sehr viel Liebe zum Detail aufgebaut. Man lernt jedes der Kinder, die sich ES stellen wollen, genau kennen. Sie alle haben neben der Angst vor dem Monster aus der Kanalisation auch "normale" Probleme. Der eine ist zu übergewichtig und wird in der Schule fertig gemacht, der andere hat es zuhause schwer. Die Personen wachsen einem mit der Zeit richtig ans Herz und man begleitet sie ja auch über einen sehr großen Zeitraum.
Das Aufeinandertreffen der erwachsenen Clique fand ich auch sehr spannend. Es scheint fast so, als wären sie nie voneinander getrennt gewesen und doch hat sich jeder verändert.
Jeder kehrt mit gemischten Gefühlen zurück. Und ganz ehrlich, ich glaube, ich wäre dieser Stadt auf ewig fern geblieben.
Doch ES hat die Freunde nie richtig losgelassen.

Mike Hanlon hat die Stadt nie verlassen und er ist es auch, der die Freunde wieder zusammentrommelt. Er arbeitet als Bibliothekar und scheint im Gegensatz zu seinen Freunden ein eher "langweiliges" Leben zu führen. Aus dem einen ist zum Beispiel ein bekannter Architekt geworden, aus einem anderen ein erfolgreicher Autor. Mike scheint währenddessen wie ein Wächter in Derry verharrt zu haben.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere hat mir sehr gefallen, auch wenn sie wie bei Beverly, der einzigen Frau in der Clique, nicht immer positiv verlaufen ist. Aber so spielt das Leben.

Ob sie es gemeinsam mit ES aufnehmen können?
Das verrate ich Euch natürlich nicht. Aber mich hat dieser Roman von Anfang bis Ende gefesselt! Ich hätte gleich nochmal von Vorne anfangen können!

Aber was oder wer ist eigentlich ES?
Das hat mich lange beschäftigt. ES hat jedenfalls viele Gesichter und tritt nicht immer nur als Clown Pennywise auf. Also so viele Horror-Clowns wie erwartet, laufen einem in diesem Roman nicht über den Weg!

Wer sich bisher noch nicht an diesen dicken Klassiker herangewagt hat, sollte es jetzt tun! Mir hat ES sehr gefallen. Es gibt von allem etwas. Sehr viel Spannung, etwas Horror, aber auch Emotionen. Es geht um Ängste, Familie und Freundschaft. ES ist mitreißend und bewegend! Wirklich ein schöner Roman, der mehr ist als nur eine Horror-Story mit einem Clown als Protagonisten.

Madame war es zu unheimlich! ;-)



ES
Stephen King
Roman
Heyne Verlag
Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-50403-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]

Mehr Infos zu diesem Klassiker findet Ihr HIER!

Viele Grüße vom Cocolinchen!



Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Montag, 21. August 2017

Nur wenn ich fliehe von Terri Blackstock

Eine unterhaltsame Verfolgungsjagd!

Cover: Nur wenn ich fliehe


Worum geht's?

Nachdem Casey ihren besten Freund ermordet auffindet, brechen bei ihr alle Sicherungen durch und sie flieht, obwohl sie nicht die Mörderin ist. Aber warum? Warum eine Flucht durch die halbe USA, wenn man nicht die Täterin ist?
Die Polizei setzt bei der Suche nach ihr Dylan Roberts, ein guter Freund des Toten, ein. Er beginnt nachzuforschen und herauszufinden, was Casey zu ihrer Flucht bewegt haben könnte. Bald merkt Dylan aber auch, dass es den Polizisten vor Ort gar nicht recht ist, dass bestimmte Nachforschungen angestellt werden. Schnell wird klar, woran das liegen könnte...
Und so beginnt eine Verfolgungsjagd, bei der man bald nicht mehr weiß, wem man vertrauen kann.



Meine Meinung:
Die Idee von Nur wenn ich fliehe hat mir gleich gefallen. Trotzdem hätte ich etwas mehr Spannung erwartet.

Casey sieht sich in einer aussichtslosen Lage. Sie flieht und so erhärtet sich der Verdacht, dass sie mit dem Tod ihres besten Freundes zu tun haben könnte. Und natürlich stellt man sich die Frage, warum macht sie das, wenn sie unschuldig ist? Schnell wird klar, dass sie und der Tote an einem alten Fall gearbeitet haben. Es geht um Casey's Vater, dessen Tod vor Jahren als Selbstmord eingestuft wird. Doch die junge Frau bezweifelt, dass ihr Vater sich das Leben nehmen wollte und das offenbar zu recht, wie nach einigen Nachforschungen klar wird. Sind genau diese Nachforschungen am Ende auch ihrem besten Freund zum Verhängnis geworden? Waren sie sein Todesurteil?
Casey weiß nicht, wem sie jetzt noch vertrauen kann. Da kommt Dylan ins Spiel.

Eigentlich ist er von der Polizei damit beauftragt worden, sie zu finden. Doch nach einer Weile kommen ihm erste Zweifel und er beginnt ebenfalls mit der Recherche. Sie arbeiten irgendwann zusammen, obwohl sie weiterhin auf der Flucht ist.

Das hat mir an dem Roman sehr gefallen. Es war alles gut aufgebaut und man wechselt als Leser auch die Perspektive, sieht das Ganze mal aus ihrer und mal aus seiner Sicht. Das macht es irgendwie lebendiger.

Auf ihrer Reise lernt Casey auch verschiedene Personen kennen und gerät in einen anderen, bisher ungeklärten, Fall. Sie beginnt auch hier sich einzumischen. Auch das hat mir grundsätzlich gefallen, passte aber  nicht so gut in die Haupthandlung. So habe ich das jedenfalls empfunden. Ein bisschen zu viel.

Insgesamt habe ich Nur wenn ich fliehe gern gelesen. Ich konnte mit der jungen Frau richtig mitfiebern und die Spannung teilweise wirklich spüren. Man begleitet sie von Anfang an und es ist bewundernswert, wie durchdacht ihre Flucht in Anbetracht der Situation doch abläuft.
Währenddessen habe ich nicht einmal an ihrer Unschuld gezweifelt. Es wird schnell klar, dass mehr hinter dem Ganzen stecken muss.
Sie ist eine selbstbewusste und clevere Frau mit einem guten Herzen und einem starken Sinn für Gerechtigkeit. Der Tod ihres Freundes geht ihr nahe, doch zum Trauen bleibt keine Zeit.
Sie war mir schnell sympathisch und ich habe immer gehofft, dass sie der Polizei mindestens einen Schritt voraus ist.
Auch Dylan habe ich gern begleitet und genau ab dem Zeitpunkt, als er mit der Suche nach ihr beginnt, haben kurze Zeit zwei Herzen in meiner Brust geschlagen, denn beide Charaktere mochte ich und beiden musste ich die Daumen drücken! ;-) Das hat es sehr interessant gemacht!

Der Fall ihres Vaters ist gut aufgebaut und die Nachforschungen sind interessant. Man weiß bald selbst nicht mehr, wem man noch trauen kann und wem nicht. Die Verwicklungen sind vielleicht nicht unbedingt eine große Überraschung, dennoch spannend.

Auch der "zweite" Fall ist mitreißend und geht ans Herz. Aber irgendwie hätte ich diesen nicht zusätzlich gebraucht. Diese Geschichte so "nebenbei" mit aufzuklären, war meiner Meinung nach ein bisschen zu viel.  

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen und ließ sich auch aufgrund des angenehmen Sprachstils schnell lesen. Leider empfand ich manche Stellen doch als ein wenig langatmig. Ich hätte mir auch etwas mehr Spannung gewünscht. Mit der Zeit nimmt diese nämlich leider etwas ab. Da wäre bei dieser Story wirklich mehr drin gewesen!
Dennoch habe ich die beiden Protagonisten sehr gern begleitet und mitfiebern können!  


Nur wenn ich fliehe
Terri Blackstock
Roman
Brunnen Verlag
Taschenbuch
ISBN: 978-3-7655-2074-7
€   15,00 [D], € 15,50 [A]


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Viele Grüße vom Cocolinchen!

Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise von Blogg Dein Buch zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Mittwoch, 9. August 2017

Fighting to be free - Nie so geliebt von Kirsty Moseley

Na, wieder mal Lust auf eine Bad Boy - Good Girl - Story?! ;-)













Worum geht's?
Eigentlich sollte nach seiner Entlassung aus dem Jugendknast für Jamie alles anders laufen. Er will ein neues und ehrliches Leben beginnen und den alten Jamie hinter sich lassen. Doch aus den guten Vorsätzen wird leider nichts. Jedenfalls nicht gleich, denn seine Vergangenheit nimmt Kontakt zu ihm auf.
Es geschieht aber auch etwas Unvorhersehbares. Von jetzt auf gleich trifft er auf die Liebe seines Lebens. Dieses Mädchen haut ihn einfach um und von diesem ersten Abend an, den die beiden gemeinsam verbringen, kann und will er sie nicht mehr vergessen. Ellie und Jamie scheinen wie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden zu sein.
Jamie will alles tun, um ihr ein würdiger Freund werden zu können, doch genau das ist leichter gesagt, als getan. Gerade als es für ihn und Ellie gut läuft, wird er dazu gezwungen eine schwere Entscheidung zu treffen....


Meine Meinung:
Fighting to be free hat mich, obwohl es mal kein Thriller ist ;-), gleich neugierig gemacht. Ich dachte, dass es mal was anderes sein könnte.

Der Roman ist einfach aufgebaut und formuliert. Man kommt eigentlich schnell voran, wären da nicht ein paar Stellen, die mir persönlich zu langatmig geraten sind.
Gerade zwischen Jamie und Ellie, bei denen es schon heiß hergehen kann ;-), wird es manchmal lahm. Und diese ständige Schwärmerei von Jamie wurde mir irgendwie auch zu viel....

Jamie ist optisch ein Traumtyp, er ist clever, ein talentierter Autodieb und hat eine dunkle Vergangenheit. Er ist stark und musste schlimme Zeiten durchmachen. Gerade seine Vergangenheit hat mich sehr berührt und mitgenommen. An der Stelle konnte das Buch sogar bei mir Emotionen wecken.
Er gerät auf die schiefe Bahn und landet am Ende im Gefängnis. Er will diesen Part seines Lebens nun hinter sich lassen und neu anfangen, doch sein alter Boss möchte seinen besten Mann nur ungern ziehen lassen.
Jamie will sich nicht wieder darauf einlassen, ist am Ende aber dazu gezwungen. Sein gutes Herz macht ihn wieder zum Verbrecher. Tragisch, aber wahr!

Ellie ist ein wunderhübsches und beliebtes Mädchen. Sie kommt aus einem guten Elternhaus. Ihre Mutter kann Jamie ganz und gar nicht ausstehen und macht es den beiden schwer.
Ellie ging mir manchmal mit ihrer Art etwas auf die Nerven. Warum auch immer.

Die Beziehung zwischen den Beiden ist nicht nur ihrer Mutter, sondern auch ihrem Ex ein Dorn im Auge.
Dies entspricht wieder dem klassischen Muster dieser Romane. Der böse Junge, harte Schale weicher Kern, und das gute Mädchen werden ein Paar und Personen aus ihrem Umfeld versuchen den beiden Steine in den Weg zu legen.

Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber leider war es sehr vorhersehbar. Das fand ich sehr schade und ich denke, es wäre noch mehr drin gewesen. Daher habe ich manchen Abschnitt auch ein wenig überflogen. Der Roman ist nicht schlecht und stellenweise sogar berührend und spannend, nur leider konnte der Funke bei mir nicht ganz überspringen.

Ein gutes Buch, das man nebenher mal lesen kann, leider ohne große Überraschungen.  


Fighting to be free
Nie so geliebt
Kirsty Moseley
Roman
Mira Taschenbuch
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-95649-680-6
€ 12,99 [D], € 13,40 [A]

Mehr Infos zum Roman gibt's HIER!

Viele Grüße vom Cocolinchen!

Mein Exemplar wurde mir im Rahmen einer Leserunde von Wasliestdu zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Mittwoch, 21. Juni 2017

Heldenflucht von Jan Kilman



Bildquelle: Bloggerportal



Worum geht's?
1918 - Der Krieg ist vorbei, das Land gezeichnet. Hunger, Krankheit, Angst und das Warten auf die Kriegsrückkehrer.
Agnes Papen kehrt in ihr Heimatdorf in der Eifel zurück und sieht bald, dass der Krieg seine Spuren auch dort hinterlassen hat. Aber man arrangiert sich. Als eines Tages plötzlich ein stummer französischer Soldat von den Bewohnern entdeckt wird, ändert sich einiges. Viele trauen dem geschwächten Soldaten nicht über den Weg und wollen ihn am liebsten gleich wieder los werden. Doch man nimmt sich seiner an und versorgt ihn. Trotzdem scheint sich mit der Ankunft des Fremden etwas geändert zu haben. Menschen verschwinden und eine Leiche wird gefunden...


Meine Meinung:
Mich hat dieser Roman sehr mitgerissen. Die Stimmung ist einfach so unglaublich gut dargestellt, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein.
Man kann die Emotionen der Menschen wirklich schnell nachvollziehen. Der Krieg ist zwar vorbei, doch noch lange ist nicht alles gut. Es kommt ein Neuanfang auf die Menschen zu, aber auch der ist nicht mal eben gemacht. Immer noch beherrscht der Krieg alles. Und dann dieses furchtbare Bangen und Hoffen, dass Väter, Söhne, Ehemänner aus dem Krieg zurückkehren.

Kein Wunder, dass die Menschen da immer noch misstrauisch sind. Der fremde Soldat sorgt für viel Aufsehen. Schnell werden die ersten Urteile gefällt und viele wollen den Fremden am liebsten gleich wieder los werden.
Agnes Papen geht da etwas behutsamer vor. Ruben Lieberstock, der Krämer, und sie kümmern sich um den Soldaten und versuchen, die Lage zu entschärfen.
Agnes selbst weiß es, in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren. Sie arbeitet lange als Kriegsreporterin. Für Frauen zu dieser Zeit eigentlich nicht vorstellbar. Kein Wunder, das manch einer ihr gegenüber Vorurteile hat. Noch dazu trägt diese Frau immerzu nur Hosen! Undenkbar! ;-)

Mir war Agnes gleich sympathisch. Sie ist eine Frau, die selbstbewusst durchs Leben geht und sich Problemen und schwierigen Situationen stellt. Sie ist tapfer, zäh und clever. Außerdem mag ich ihre Hartnäckigkeit. Sie hat schon eine sehr fortschrittliche Art und Weise zu denken und zu leben im Gegensatz zu anderen Frauen des Dorfes.

Die anderen Charaktere haben mir größtenteils auch gefallen. Es ist wirklich von allem etwas dabei. ;-) Man bekommt Einblicke in die unterschiedlichsten Familien aus den unterschiedlichsten Schichten. Doch mit den Folgen des Krieges müssen sie alle fertig werden. Jeder ist davon betroffen.
Unsympathische Personen, wie die Intzes, sind natürlich auch dabei. Gerade Frau Intze konnte ich gar nicht ausstehen. Eine raue und derbe Frau, die teilweise durch ihr plumpes Verhalten schon dumm rüberkommt. Sie gehört zu der Sorte Mensch, die schnell über andere urteilt, aber lieber vor ihrer eigenen Haustüre kehren sollte. In ihrem Hause ereignet sich auch noch ein schreckliches Unglück, ich will aber nicht zu viel verraten.

Sprachlich hat mir der Roman auch gefallen. Heldenflucht ließ sich sehr gut lesen und nimmt einen mit.
Es kommen schon einige Personen zusammen, dennoch verliert man den Überblick nicht.
Für meinen Geschmack taucht der Soldat, der schon im Klappentext erwähnt wird, im Roman erst ziemlich spät auf. Bis dahin passiert nicht sehr viel. Trotzdem ist es mitreißend und spannend, denn man bekommt ein Gefühl von der Stimmung im Dorf. Obwohl das Tempo des Romans also größtenteils eher gemütlich ist, habe ich Heldenflucht nicht als langatmig empfunden.
Zwischen den Kapiteln werden manchmal Briefe von Soldaten eingeschoben, die von der Front schreiben. Dadurch wirkt alles noch persönlicher und die einzelnen Schicksale werden einem nochmal vor Augen geführt.
Außerdem werden zwischendurch auch ein paar Infos zur damals aktuellen Lage eingeschoben.

Ich kann Euch diesen Roman also wirklich empfehlen. Mal was anderes!


Heldenflucht
Jan Kilman
Roman
Heyne Verlag
Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-43837-8
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]

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Mittwoch, 24. Mai 2017

Into the water von Paula Hawkins

Into the water
Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
 
 
Bildquelle: Bloggerportal
 
 
 
 
Worum geht's?
 
Als Julia eines Tages in ihre alte Heimat Beckford zurückkehrt, weiß sie, was sie dort neben furchtbaren Erinnerungen erwarten wird. Ihre Schwester Nel ist tot. Sie soll sich selbst das Leben genommen haben. Julia hat ihre Schwester 15 Jahre lang nicht mehr gesehen und hatte so gut wie keinen Kontakt zu ihr. Dennoch ist ihr eines klar, Nel hätte sich niemals das Leben genommen. Besonders dramatisch ist, dass Nel vor ihrem Tod noch verzweifelt versucht hat, mit Julia zu telefonieren. Sie musste ihr etwas anvertrauen.
In Beckford wird Julia mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und muss sich um ihre Nichte kümmern. Lena ist bockig, stur und scheint mehr zu wissen, doch Julia kommt einfach nicht an die Jugendliche heran. Außerdem lässt sie eines einfach nicht los. Sie kann nicht glauben, dass Nel sich umgebracht hat. Egal, was die Polizei auch sagt. Es muss etwas vorgefallen sein...
 
 
Meine Meinung:
Dieser Roman hat mich nicht mehr losgelassen. Einmal angefangen, habe ich ihn nicht mehr zur Seite legen können und in kürzester Zeit verschlungen. Woran das gelegen hat? An so vielem! Der Aufbau ist einfach sehr gut, die Charaktere spannend und die Geschichte an sich fesselnd.
Aber der Reihe nach.
 
Als Julia (Jules) wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt, ist sie aufgewühlt. Diese Konfrontation wollte sie eigentlich vermeiden und nun ist ihre Schwester "schuld" daran, dass sie sich dem Ganzen doch stellen muss. Die beiden Schwestern hatten ein schwieriges Verhältnis zueinander, wie man im Laufe der Erzählung immer deutlicher spürt. Die Beschreibungen lassen Nel nicht gerade sympathisch wirken. Jules scheint immer das kleine, pummelige, hässliche Entlein neben dem wunderhübschen Schwan Nel gewesen zu sein. Nicht nur die Mitschüler, auch ihre eigene Schwester haben die unsichere Jules verspottet, geärgert und ausgegrenzt.
Jules schämt sich als Kind, als Jugendliche und macht eine harte Zeit durch. Es kommt irgendwann auch zu einem schlimmen Vorfall, hier will ich aber nicht mehr verraten!
All das und noch viel mehr sorgt dafür, dass Julia nicht gern zurückdenkt und das alles am liebsten hätte ruhen lassen. Doch der Tod ihrer Schwester und all die Dinge, die damit in Verbindung zu stehen scheinen, wühlen alles wieder auf.
 
Jules nimmt einen mit in die Vergangenheit. Man lernt sie und ihre Schwester kennen. Mit Jules habe ich oft mitgelitten. Man stellt sich immer wieder eine Frage. Warum nur benimmt sich Nel immer wieder so? Sie scheint es zu lieben, mit ihrer Schwester und anderen zu spielen. Scheut dabei keinen Ärger und provoziert richtig gern. Könnte ihr das am Ende das Genick gebrochen haben? Sehr beliebt war sie jedenfalls nicht.
 
Im Laufe der Erzählungen wird deutlich, dass sie sich in Dinge gesteckt hat, die andere gern ruhen lassen wollen. Nel wollte ein Buch über den Fluss schreiben, in dem so viele Frauen tragisch zu Tode gekommen sind, in dem schon Hexen "geprüft" worden sind und in dem sie am Ende sogar selbst stirbt.
 
Der Fluss Drowning Pool und vielmehr noch seine Opfer übt auf einige eine gewisse Faszination aus. Vor allem Nel ist schon als kleines Mädchen von den tragischen Todesfällen begeistert und liebt es mit Geschichten über Tote und Geister ihrer Schwester Angst einzujagen.
 
Doch auch mir wurde der Fluss mit der Zeit immer unheimlicher. Während des Lesens hatte ich manchmal ein beklemmendes Gefühl. Paula Hawkins hat einen schönen und anschaulichen Schreibstil. Sie reißt einen richtig mit und schafft es, Emotionen auszulösen. Man spürt die Trauer, Wut und Verzweiflung der Handelnden richtig. Und ich habe wirklich mitgefiebert.
 
Im Laufe der Ermittlungen unter Detective Inspector Sean Townsend erfährt man immer mehr über die Todesfälle der Vergangenheit und den Fluss. Viele Fälle liegen Ewigkeiten zurück, doch kurz bevor Nel stirbt, stürzt sich auch ein junges Mädchen in den Tod. Schnell drängt sich der Gedanke auf, dass es Zusammenhänge geben könnte. Auch hier, verrate ich aber nicht zu viel.
 
Die Charaktere haben mir alle gefallen und vor allem auch die Verknüpfungen der einzelnen Personen. Auch Lena, Nels Tochter, hat mich neugierig gemacht und ich war immer hin - und hergerissen. Ist sie einfach nur so wütend, weil sie vor lauter Trauer zerspringen könnte oder hat sie auch eine ganz andere Seite. Weiß sie vielleicht doch mehr?  Sie hat etwas Kühles an sich, kann sehr emotional und unüberlegt sein, aber auch kontrolliert und unnahbar. Wirklich spannend! Irgendwie hatte jede Person etwas Besonderes an sich.
 
Der Fall ist insgesamt wirklich sehr gut aufgebaut und es gibt interessante Wendungen. Der Aufbau des Romans hat mir auch sehr gut gefallen. Die Kapitel sind nach Charakteren benannt und  mit jedem Abschnitt wechselt man in die Perspektive des jeweiligen Charakters. Das war für mich anfangs neu und ungewohnt, hat mir im Laufe des Buches aber immer besser gefallen. Das gibt dem Roman eine gewisse Dynamik und Spannung und ist mal was anderes. Vielleicht liegt es auch mit daran, dass es keine langatmigen Stellen gibt.
 
Into the water hat mich vom Cover her gleich angesprochen und bis zur letzten Seite wirklich nicht enttäuscht. Jetzt, wo ich das Buch durchgelesen habe, bin ich sogar etwas traurig darüber, dass es schon vorbei ist. Ich hätte ewig weiterlesen können.
 
 
 
Into the water
Traue keinem. Auch nicht dir selbst.
Paula Hawkins
Roman
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7645-0523-3
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
 
Mehr Infos zu Into the water gibt's HIER!
 
 
 
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Montag, 24. April 2017

Im Licht des Augenblicks von Garth Stein

Eine Familiengeschichte, die einen so schnell nicht mehr loslässt.


Im Lichte des Augenblicks - Garth Stein


Worum geht's?
Trevor und sein Vater machen sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Der 14-Jährige ist sofort beeindruckt von Riddell House, dem herrschaftlichen Anwesen, in dem sein Vater aufgewachsen ist. Der Zahn der Zeit hat offensichtlich an dem Haus genagt und eigentlich ist sein Vater auch nur zurückgekehrt, um den Verkauf in die Wege zu leiten.
Gleich nach der Ankunft lernt Trevor seine Tante Serena und seinen Großvater kennen. Alles scheint soweit erstmal normal, doch bald erfährt der Junge, dass es in dem Anwesen spuken soll. Die Geister der Vergangenheit sollen ihr Unwesen treiben. Riddell House wirft bald Fragen über Fragen auf. Es hat bewegte Zeiten miterlebt und jeder Winkel des Hauses scheint einen Teil seiner Geschichte erzählen zu können. Für einen 14-Jährigen ist das die Gelegenheit seine detektivischen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen. Denn die Bewohner scheinen nicht alle gern über die Vergangenheit zu sprechen. Aber ihre Spuren hat die eindeutig hinterlassen. Bei jedem!

Meine Meinung:
Eines kann ich Euch vorweg schon sagen, dieser Roman hat mich ganz schön mitgerissen und bewegt und wird mich sicher noch eine Weile beschäftigen. Die Geschichte der Familie kann einem ganz schön unter die Haut gehen.

Trevor ist zwar erst 14 Jahre alt, als sein Vater und er nach Seattle aufbrechen, doch dafür erscheint er einem schon sehr reif und vernünftig. Der Junge soll die Vergangenheit seines Vaters kennenlernen, bevor das Haus verkauft wird. Seine Mutter kommt nicht mit. Die Eltern haben sich getrennt. Die letzte Zeit ist für die Familie nicht einfach gewesen, da sie gegen die Geldprobleme nicht mehr angekommen sind und sogar ihr Haus aufgeben mussten. Auch für Trevor ist all das nicht leicht. Die Beziehung zu seinem Vater hat darunter gelitten. Ob eine Reise in die Vergangenheit das ändern kann?
Erzählt wird Im Lichte des Augenblicks aus der Sicht des erwachsenen Trevors. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich war gleich drin und hätte einfach immer weiterlesen können. Es wird immer eine gewissen Spannung gehalten, obwohl manchmal gar nichts Besonderes passiert. Das hat mir sehr gut gefallen.

Das Anwesen ist die perfekte Kulisse für diese Story. Man sieht dem Haus noch an, dass es einmal sehr prunkvoll gewesen sein muss, aber es hat auch deutliche Zeichen der Zeit. Es steckt auch voller Vergangenheit. Es ist ein Ort zum Entdecken. Und genau das macht sich Trevor zur Aufgabe. Er will das Haus erkunden und seine Geschichte, denn die Bewohner sprechen nicht gern über alles.
Sein Großvater berichtet von tanzenden "Geistern" im Ballsaal, die er jede Nacht hört. Trevor wird gleich hellhörig, seine Tante Serena führt die Gespenster auf den Geisteszustand des Großvaters zurück. Doch bald hat Trevor selbst eine Begegnung der etwas anderen Art und schon ist seine Neugier vollends geweckt.
Es kommt einiges heraus über die einst so einflussreiche und wohlhabende Familie.

Seine Tante Serena gibt die überfreundliche und lockere Frau des Hauses. Mir war sie gleich eher unsympathisch. Ihre Art wirkt sehr aufgesetzt und manipulativ. Eines ihrer Opfer ist Trevor. Doch da will ich nicht zu viel verraten.

Insgesamt haben mir die starken Charaktere gefallen. Sie machen das Ganze irgendwie auch aus. Und die Geschichte der Familie ist wirklich mitreißend und bewegend. Es ist einiges passiert! Das kann ich Euch sagen.

Auch die Gruselstimmung hat mir sehr gefallen. Geister gibt es nicht, sagt einem der gesunde Menschenverstand, aber bei diesem Haus ist man manchmal doch nicht mehr so sicher. Dieses Übersinnliche hat mir gefallen. Es war nicht zu übertrieben, aber genug, um es spannend zu machen! ;-)

Also wirklich ein Buch, das einen bewegt und noch lange beschäftigt.


Im Lichte des Augenblicks
Garth Stein
Roman
Verlag Droemer HC
Hardcover
ISBN: 978-3-426-28144-4
€ 19,99 [D]

Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!

Viele Grüße vom Cocolinchen!

Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise im Rahmen einer Leserunde von Wasliestdu? zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Samstag, 28. Januar 2017

I saw a man von Owen Sheers

Wirklich ein Gänsehaut-Buch, das mich sicher noch lange beschäftigen wird.
Was hätte ich in dieser Situation getan? Was ist richtig, was falsch?

Bildquelle: Bloggerportal



Worum geht's?
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline flieht Michael aus dem gemeinsamen Haus, weil er es dort nicht mehr aushält. Alles erinnert ihn an seine Frau, die bei einem Auslandseinsatz aus dem Leben gerissen wird. In London versucht Michael einen klaren Kopf zu bekommen, doch Caroline lässt ihn nicht los. Die Familie Nelson von nebenan scheint seine Rettung zu sein. Schnell freundet er sich mit dem Ehepaar an und geht bald ein und aus bei der vierköpfigen Familie. Er beginnt auch wieder mit dem Schreiben. Es geht aufwärts. Doch ein Nachmittag ändert plötzlich alles im Leben aller Beteiligten. Michael findet das Haus der Nelsons mit halb offen stehender Hintertür vor. Nur ein Versehen? Hat jemand etwa aus Eile vergessen, die Tür abzuschließen? Michael beschleicht ein schlimmer Verdacht und daher betritt er das offenbar verlassene Haus. Was dann passiert, soll alles verändern.




Meine Meinung:
I saw a man ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Ich hätte beim Lesen des Klappentextes nicht für möglich gehalten, dass dieser Roman solche Emotionen bei mir auslösen könnte. Und doch ist es passiert. Ich war so gefesselt und bin es irgendwie immer noch.

Zusammen mit Michael stellt man sich wieder dem Alltag nach diesem einen Tag. Nach jenem Tag, an dem einem ein geliebter Mensch genommen worden ist. Und ich muss sagen, auch wenn der Protagonist ein Mann ist, habe ich mich hin und wieder in ihm erkennen können. Gerade in seiner Trauer. Er versucht das, was wohl oder übel nach dem Tod seiner Frau passieren muss. Er muss weitermachen, weiterleben und an jedem Tag wieder schmerzlich feststellen, in welchen Situationen ihm seine Frau fehlt. Nämlich in jeder. Alles erinnert einen an diesen Menschen und auch ein Ortswechsel kann daran nichts ändern. Die Toten ziehen mit uns um. Aber wann kann man als Hinterbliebener, was für ein grauenhaftes Wort, wieder weitermachen. Wann tut es nicht mehr weh? Wann erscheint allem nicht mehr alles lächerlich und grotesk?
Irgendwann scheint Michael diesem Punkt näher zu kommen und seine neuen Nachbarn könnten der Schlüssel zu einem neuen Glück sein. Er fängt wieder an am Leben teilzunehmen.

Teilweise hätte ich dieses Buch unter anderen Umständen vielleicht als langatmig empfunden, aber irgendwie weiß Owen Sheers, eine gewisse Spannung aufzubauen und am Leben zu erhalten.
Man betritt mit Michael das Haus seiner Nachbarn und weiß, er wird auf irgendetwas Schlimmes stoßen und man will eigentlich sofort erfahren, was denn nun in dem Haus passiert sein könnte. Ich hätte Michael manchmal am liebsten angestoßen und ihm gesagt, "los, geh schneller!", aber Sheers spannt seine Leser auf die Folter und das ist auch gut so!
Natürlich hatte ich gleich schon einen bestimmten Verdacht, aber ob sich der bestätigt hat, das will ich Euch nicht verraten! ;-)
Parallel zu Michaels Erkundung des Hauses wird erzählt, was mit Caroline passiert ist, wie er seine Nachbarn immer besser kennenlernt und was ihn bewegt.
Dieser Aufbau hat mir gut gefallen, auch wenn er mich manchmal wirklich Nerven gekostet hat, denn ich wollte einfach unbedingt wissen, was denn nun passiert ist. Ich habe aber durchgehalten und nicht vorgeblättert! ;-)

Ihr merkt also, mich hat I saw a man vollkommen überzeugen können.
Was auch ein wenig am Protagonisten selbst liegt. Michael hat eine ruhige und besonnene Art. Er ist erfolgreicher Autor und hat schon viel erlebt. Zu den schlimmsten Dingen gehört bisher der frühe Tod seiner Frau. Doch was dieser indirekt alles beeinflusst, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Michael hat eine zurückhaltende Art und ist sehr pflichtbewusst. Man könnte ihn sogar als langweilig einstufen. Sein Nachbar Josh ist das komplette Gegenteil, aber trotzdem stimmt die Chemie zwischen den beiden. Michael bekommt einen Einblick in Josh's Familie und geht nach kurzer Zeit bei seinen Nachbarn ein und aus. Alles scheint vollkommen, fürs Erste jedenfalls.
Man spürt, dass Michael noch nicht richtig loslassen kann, aber dafür gibt es gute Gründe, denn eines Tages erreicht ihn ein Brief, der wieder alles aufwirbelt. Doch auch hier hat mir seine Reaktion gefallen.
Michael ist eben menschlich und würde im ersten Moment manchmal am liebsten ganz anders reagieren, so wie das bei fast jedem von uns ist. Doch dann besinnt er sich und handelt überlegt. Und macht auf diese Art und Weise teilweise auch seinen Frieden mit seiner Geschichte.
Genau in solchen Situationen habe ich mich in ihm wiedererkannt. Gerade Gefühle wie Wut und Trauer können einen im ersten Augenblick wahnsinnig machen. Man kann nicht klar denken und will so handeln, wie man es sonst niemals machen würde. Und genau die Dinge, die man sich in einem Moment, in dem man zum Platzen voll von Gefühlen ist, ausmalt, setzt man mit etwas Abstand zu diesen Gefühlen dann nicht um. Und das Interessanteste daran ist, dass einen das widererwartend nicht einmal berührt. Man lässt die wirren Pläne einfach fallen und allein das reicht, um einem das Gefühl von Frieden wiederzugeben. Ein Frieden mit sich selbst. Ich hätte Michael an dieser Stelle wahrscheinlich nicht so gut verstehen können, wenn ich so etwas nicht selbst erlebt hätte.

Allerdings kann ich nicht alle seiner Entscheidungen nachvollziehen und hätte im entscheidenden Moment anders reagiert. Denke ich jedenfalls!

Insgesamt ein Roman, der mich sehr bewegt und aufgewühlt hat. Es geht um Verlust, Trauer, Loslassen, Schuld und darum, wie sehr die Wahrheit das Leben so vieler Menschen beeinflussen kann, wenn sie verborgen bleibt. I saw a man regt zum Nachdenken an und ich bin sicher, dass sich der ein oder andere von Euch in diesem Roman auch wiedererkennen könnte.

Und ich wüsste wirklich gern, was aus Michael geworden ist.

I saw a man
Owen Sheers
Roman
DVA
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, Seiten 300
ISBN: 978-3-421-04669-7
€ 19,99 [D], € 20,60 [A]


Mehr Infos zum Buch gibt's HIER!

Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Samstag, 10. Dezember 2016

Yours - Atemlose Liebe von Mimi Jean Pamfiloff

Gegensätze ziehen sich auch bei Yours wieder an. Emotional, hot, aber leider auch ein wenig langatmig.




Worum geht's?
Bennett Wade hat die unglaublichsten blauen Augen, die Taylor jemals gesehen hat. Doch diese Augen strahlen vor allem seine Härte und seine Arroganz aus. Er hat etwas Einschüchterndes an sich und behandelt Menschen, wie es ihm passt. Respekt vor anderen? Fehlanzeige. Wo Bennett auftaucht hinterlässt er in jedem Fall Eindruck.

Taylor kann diesen Mann vom ersten Augenblick an nicht leiden und doch muss sie sich mit ihm arrangieren, denn er ist der einzige, der Interesse an ihrem Coaching für Geschäftsführer hat. Da Taylor dringend Geld braucht, lässt sie sich auf das ""Experiment Bennett" ein und merkt bald, dass das Geld nicht leicht verdient sein wird.
Der gnadenlose und leider auch verdammt heißte Mr. Wade gewährt ihr mit der Zeit aber auch andere Einblicke in sein Leben und seine Vergangenheit. Taylor ist gerührt und hin-und hergerissen. Denn Bennett zieht sie immer mehr an...


Meine Meinung:
Der Klappentext von Yours - Atemlose Liebe hat mich schnell neugierig gemacht.  Natürlich klingt es nach dem vorhersehbaren "Klassiker" von zwei Personen, die sich offenbar hassen und dann doch merken, dass da mehr ist. Viel mehr!
So ist es auch hier. Taylor findet Bennetts Art mit anderen Menschen umzugehen abstoßend. Ihn scheinen die Gefühle anderer null zu interessieren. Rücksichtslos und eiskalt. Er herrscht und alle anderen müssen gehorchen.
Und dann soll Taylor ihn plötzlich ändern können? Durch ihr Geschäftsführer-Coaching? Bennett Wade scheint das jedenfalls irgendwie zu hoffen und beharrt darauf, dass Taylor für ihn arbeitet. Doch schnell lernt sie, wie es in Bennetts Umfeld so zugeht und erfährt von einer Wette.
Danach fasst sie einen Entschluss, sie will sich rächen und diesem Mistkerl zeigen, dass er nicht machen kann, was er will. Er soll den Denkzettel seines Lebens bekommen.
Die Sache mit der Wette hat mich ein wenig genervt, weil auch das wieder so "typisch" ist für solche Romane. Schon wieder eine schmutzige Wette dieser Art, bei der Gefühle anderer auf der Strecke bleiben.

Zwischen Bennett und Taylor ist es von Anfang an turbulent. Beide haben einen Dickkopf und Taylor knickt nicht ein. Genau das scheint ihren "Boss" zu beeindrucken. Zwei nach außen hin starke Charaktere, die aber beide auch Sorgen und Probleme haben.
Mit der Zeit erfährt man mehr von Bennetts Vergangenheit und kann vielleicht nachvollziehen, warum er so ist, wie er ist und scheinbar einen Schutzwall um sich herumgezogen hat. Doch kann das etwas an der Situation ändern?
Yours - Atemlose Liebe hat mir zwar gefallen und die Spannung zwischen Taylor und Bennett kann man jedes Mal richtig spüren, doch einiges war mir einfach zu sehr Klischee. Leider! Da hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr erwartet.
Die Geschichte mit den berühmten Liebes-Cookies fand ich ganz niedlich, aber begeistern konnte mich das ganze auch nicht.
Irgendwie hatte ich mir mehr erwartet von diesem Roman. Das Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten dauert sehr lange an bis mal etwas passiert. Daher wird es irgendwann ein wenig langatmig. Und auch Wades Vergangenheit war mir ein wenig zu viel.

Daher empfand ich Yours zwar als ein gutes Buch mit vielen Emotionen, das teilweise aber leider ein wenig zu langatmig wird und ein bisschen zu viel Klischee ist.


Yours
Atemlose Liebe
Mimi Jean Pamfiloff
Roman
Mira Taschenbuch
Taschenbuch, Seiten 363
ISBN: 978-3-95649-619-6
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]

Mehr Infos zum Buch findet Ihr unter diesem LINK. Dort könnt Ihr auch gleich bestellen!

Viele Grüße vom Cocolinchen!