"Es spielt keine Rolle, ob du nur langsam vorankommst, wichtig ist, dass du nicht stehen bleibst." Konfuzius
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Freitag, 31. August 2018
Lass mich los - Jane Corry
Worum geht's?
Für die junge Anwältin Lily läuft es gerade nicht schlecht und alles deutet auf den lang erhofften Neuanfang hin. Endlich möchte sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Genau danach sieht es auch aus. Sie ist frisch verheiratet mit dem Künstler Ed Macdonald und bekommt dann auch noch ihren ersten spektakulären Fall zugeteilt. Ihr Klient ist wegen Mordes angeklagt, beteuert aber seine Unschuld. Für Lily wird dieser Job schnell eine größere Herausforderung als erwartet. Das liegt unter anderem daran, dass sie sich eigenartigerweiser zu ihm hingezogen fühlt. Soll sie seine Version der Ereignisse glauben? Die Situation wird für die junge Anwältin immer schwieriger und plötzlich beginnt sie alles für einen Mann zu riskieren, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt.
Meine Meinung:
Alles beginnt im September 2000.
Die junge Anwältin Lily ist frisch verheiratet und glücklich. Doch langsam beginnt der Alltag wieder einzukehren. Lily bekommt ihren ersten großen Fall und will diese große Chance natürlich nutzen. Ihr Mann Ed arbeitet in einer Werbeagentur, ist damit aber nicht ganz zufrieden. Er selbst sieht sich mehr als Künstler, dessen Werke aber leider noch nicht genügend Anerkennung gefunden haben.
Lily wird von ihrem Job ziemlich vereinnahmt, Ed verbringt viel Zeit zuhause. Seine Unzufriedenheit wächst und bei den jungen Eheleuten beginnt es zu kriseln. Die Ehe ist irgendwann ein ständiges Auf und Ab.
Doch dann kommt Carla, das kleine Nachbarsmädchen, in ihr Leben. Die Kleine versprüht eine Menge Charme und ist sehr unbefangen. Sie ist oft allein, weil ihre alleinerziehende Mutter arbeiten gehen muss und Lily und Ed werden somit zu "Babysittern". Ed ist so fasziniert von der Kleinen, dass er beginnt sie zu zeichnen.
Die kleine Carla ist eher eine Außenseiterin, allein wegen ihres Aussehens, denn ihre italienischen Wurzeln lassen sich nicht verbergen und ihre Mitschüler ziehen sie gern damit auf.
Sie fällt in der Schule unangenehm auf, muss sogar die Schule wechseln. Dank des Liebhabers ihrer Mutter kann Carla die Vorzüge einer Privatschule genießen. Das aber auch nur, weil sie ihn erpresst. Ich will nicht zu viel verraten, aber man merkt, dass dieses Kind nicht ohne ist.
Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass sie mir unsympathisch war. Als Kind schon!
Es ist schwierig, auf der einen Seite tut sie einem manchmal sogar leicht, weil sie wirklich keine besonders schöne Kindheit hat, trotzdem mag ich einiger ihrer Charakterzüge gar nicht!
Später wird Carla Anwältin und wird für Ed und Lily zur Bedrohung. Sie will sich an ihnen rächen! Warum? Auch das möchte ich Euch noch nicht verraten! ;-)
Das erfahrt Ihr nämlich im zweiten Abschnitt des Buches. Es findet ein Zeitsprung von 12 Jahren statt.
Genau das hat mir sehr gut gefallen! Ich mag diese großen Zeitsprünge in Büchern und Filmen grundsätzlich sehr gern. Wenn sie gut gemacht sind. In diesem Fall ist es gut gemacht! :-)
Es ist immer interessant zu sehen, was aus den Beteiligten in der Zwischenzeit geworden ist und wie sich die Verhältnisse zueinander verändert haben. Haben sich Entwicklungen vorher vielleicht schon angedeutet?
Das gibt dem Ganzen irgendwie wieder Schwung!
Zu Lily möchte ich auch noch etwas sagen. Bei ihr war ich immer ein wenig hin- und hergerissen. Irgendwie konnte ich von Anfang an nicht mit ihr warm werden. Sie ist mir nicht direkt unsympathisch, aber ich kann sie und ihre Entscheidungen oft nicht verstehen!
Der Psychothriller an sich hat mir sehr gut gefallen. Der Anfang war mir etwas zu zäh, aber danach ging es sehr spannend und mitreißend weiter. Die ein oder andere etwas langatmige Stelle hat mich zwar gestört, insgesamt war es aber zu ertragen ;-).
Der erste eigene Fall von Lily ist spannend und ihr Klient sehr interessant. Man weiß selbst nie, was man nun glauben soll oder nicht. Ich hatte immer nur das ungute Gefühl, dass dieser Mann gefährlich werden könnte. Und natürlich fragt man sich selbst auch die ganze Zeit über, war er es wirklich?
Auch Carlas Leben ist mitreißend. Gerade im zweiten Teil. Eine Person, die man nicht unterschätzen sollte. Es wird sehr turbulent für Lily und Ed.
Die Aufteilung des Buches hat mir grundsätzlich sehr gefallen. Auch den Schreibstil von Jane Corry finde ich sehr angenehm, bis auf die bereits erwähnten zähen Abschnitte.
Gleich nach dem Prolog folgt ein Auszug aus dem Daily Telegraph vom 20.Oktober 2015 mit der Info, dass der Künstler Ed Macdonald in seiner Wohnung erstochen aufgefunden worden ist. Ich fand es richtig gut, dass man diese Info beim Lesen schon die ganze Zeit über hatte. Man liest anders und versucht, noch aufmerksamer zu sein. Wirklich ne gute Idee!
Lass mich los
Jane Corry
Psychothriller
Diana Verlag
Taschenbuch, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-453-35938-3
€ 10,99 [D], € 11,30 [A]
Mehr Infos findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Dienstag, 27. März 2018
Das Scherbenhaus - Susanne Kliem
Heute habe ich mal wieder einen sehr guten Psychothriller für Euch!
Worum geht's?
Carla wohnt in einem alten Reetdachbauernhaus vor den Toren von Stade. Doch die Idylle trügt, seit Monaten bekommt sie Briefe von einem Unbekannten, der ihr auch widerliche Fotos, zum Beispiel von menschlicher Haut und Wunden, schickt.
Der Unbekannte belästigt sie immer mehr und die Polizei ist machtlos.
Da kommt Köchin Carla das Angebot ihrer Halbschwester Ellen gerade recht. Sie bittet sie, zu ihr nach Berlin zu kommen. In der Anonymität der Großstadt hofft Carla auf Ruhe vor ihrem Stalker. Außerdem wohnt Ellen in einem vollkommen abgesicherten Haus, dem Safe Haven. Da kann doch eigentlich nichts passieren?
Leider kommt wieder alles anders, denn kurz nach Carlas Ankunft verschwindet ihre Schwester spurlos und wird wenig später tot aufgefunden.
Sollte ihr Tod nur ein Unfall sein? Carla kommen immer größere Zweifel. Die anderen Bewohner des Safe Haven scheinen mehr zu wissen, doch in diesem Haus herrschen eigene Gesetze. Das muss Carla bald lernen. Und es scheint überhaupt nicht gut anzukommen, wenn zu viele Fragen gestellt werden. Ihre Nachforschungen könnten Carla sogar ernsthaft in Gefahr bringen.
Meine Meinung:
Von Anfang an war mir Carla sympathisch. Daher habe ich auch immer mitleiden müssen. Es fängt allein schon damit an, dass sie aus ihrer idyllischen Heimat "vertrieben" wird, weil ein unbekannter Stalker in ihr Leben eindringt.
Und als sie dann glaubt, in Berlin ein wenig Sicherheit zu finden, wird alles noch viel schlimmer und sie muss sogar den Tod ihrer Halbschwester ertragen. Und damit nicht genug, das Wohnhaus Save Haven scheint auch immer bedrohlicher zu werden.
Mit dieser Protagonistin musste ich wirklich mitleiden. Man fragt sich natürlich auch immer, was würde ich an ihrer Stelle unternehmen?
Und auch die Thematik "Stalking" nimmt einen mit. Die Opfer stehen dem Ganzen im Grunde hilflos gegenüber. Man weiß nicht, von wem die furchtbaren Briefe kommen, man weiß nicht, was diese Person von einem will, man kann gegen dieses Phantom nichts unternehmen, sogar die Polizei ist machtlos. Also was machen?
Der Thriller an sich ist wirklich spannend und mitreißend. Ich habe viel mitgerätselt und versucht Verbindungen herzustellen.
Man spürt genauso wie Carla, dass im Safe Haven nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotzdem stellt man sich immer die Frage "Warum?".
Die Idee von Safe Haven finde ich sowieso sehr interessant. Sehnt sich nicht jeder mal nach einem Gebäude, das die vollkommene Sicherheit garantiert? Auf der einen Seite hätte das viele Vorteile, doch sicher auch einige Nachteile, wie ständige Kontrolle?! Über dieses Wohnhaus habe ich auch eine Weile nachdenken müssen. Und genauso wie Carla verspricht man sich Sicherheit und genau in diesem Umfeld passiert dann doch so etwas Schreckliches. Trotzdem zieht sie nach der Beerdigung ihrer Schwester in die Wohnung ein.
Das sollte ich vielleicht noch erwähnen, das Haus gehörte Ellen. Sie hat es nach ihren Vorstellungen entwickelt und bauen lassen.
Auch das Verhalten der Bewohner ist sehr merkwürdig. Man merkt schnell, dass in diesem Haus eigene Gesetze gelten.
Milan Wagner, wohnt auf der gleichen Etage wie Ellen, ist der erste Mitbewohner, den Carla kennenlernt. Es scheint, als wäre der 67-Jährige die gute Seele des Hauses. Er kennt jeden, weiß über vieles Bescheid und kümmert sich. Milan geht praktisch überall ein und aus. Eine interessante Person. Für die Sorgen der anderen hat er immer ein offenes Ohr. Auch Carla nimmt seine Hilfe an. Gerade nach Ellens Tod ist er eine Stütze für Carla. Sie hat ja sonst auch niemanden in Berlin. Ihre beste Freundin lebt in Stade. Doch wem kann man trauen im Safe Haven? Die Frage habe ich mir ständig gestellt.
Ellens rätselhaftes Verschwinden und ihr plötzlicher "Unfalltod" werfen jede Menge Fragen auf. Carla ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ellens letzte Worte, vor ihrem Verschwinden, waren "Kümmere dich um das Haus!".
Außerdem wollte ihre Schwester ihr noch etwas anvertrauen. Vor irgendetwas musste Ellen Angst gehabt haben. Doch was ihre Schwester so bewegt hat, das erfährt Carla von ihr nicht mehr.
Sie bleibt mit jeder Menge Fragen zurück und muss herausfinden, was wirklich passiert ist. Ich selbst habe mich auch ständig gefragt, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. Man rätselt und fiebert wirklich mit. Der Fall ist sehr gut aufgebaut. Gemeinsam mit Carla tappt man im Dunkeln und kämpft sich mit ihr aus dieser Dunkelheit heraus. Versucht es zumindest! Und so wächst einem die Protagonistin noch mehr ans Herz. Es ist wieder diese typische "Ich allein gegen die Welt"-Erfahrung und obwohl ich schon viele Fälle mit Hauptpersonen gelesen habe, die vollkommen auf sich allein gestellt den Kampf aufnehmen müssen, ist dieser Thriller anders!
Es gibt mehrere Gründe, warum mich dieser Psychothriller so mitgerissen hat und ich ihn am liebsten gar nicht mehr zur Seite gelegt hätte. Das macht aber auch der sehr gute Schreibstil der Autorin aus. Man kann das Buch einfach nur so weglesen! ;-) Keine langatmigen Passagen, einfach ein sehr angenehmer Stil. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich und schafft es, Emotionen zu wecken.
Und am Ende bleibt dieses furchtbare Gefühl. Kennt Ihr das vielleicht? Man will ja das Ende unbedingt lesen, weil man herausfinden muss, was denn nun wirklich geschehen ist, doch dann stellt sich auf einmal mit den letzten Seiten, Zeilen des Buches eine gewisse Traurigkeit ein. Man hätte einfach noch ewig weiterlesen wollen und dann ist es einfach so vorbei.
Daher bitte noch mehr dieser Psychothriller!!!!
Das Scherbenhaus
Susanne Kliem
Psychothriller
Carl's books
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-570-58566-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Carla wohnt in einem alten Reetdachbauernhaus vor den Toren von Stade. Doch die Idylle trügt, seit Monaten bekommt sie Briefe von einem Unbekannten, der ihr auch widerliche Fotos, zum Beispiel von menschlicher Haut und Wunden, schickt.
Der Unbekannte belästigt sie immer mehr und die Polizei ist machtlos.
Da kommt Köchin Carla das Angebot ihrer Halbschwester Ellen gerade recht. Sie bittet sie, zu ihr nach Berlin zu kommen. In der Anonymität der Großstadt hofft Carla auf Ruhe vor ihrem Stalker. Außerdem wohnt Ellen in einem vollkommen abgesicherten Haus, dem Safe Haven. Da kann doch eigentlich nichts passieren?
Leider kommt wieder alles anders, denn kurz nach Carlas Ankunft verschwindet ihre Schwester spurlos und wird wenig später tot aufgefunden.
Sollte ihr Tod nur ein Unfall sein? Carla kommen immer größere Zweifel. Die anderen Bewohner des Safe Haven scheinen mehr zu wissen, doch in diesem Haus herrschen eigene Gesetze. Das muss Carla bald lernen. Und es scheint überhaupt nicht gut anzukommen, wenn zu viele Fragen gestellt werden. Ihre Nachforschungen könnten Carla sogar ernsthaft in Gefahr bringen.
Meine Meinung:
Von Anfang an war mir Carla sympathisch. Daher habe ich auch immer mitleiden müssen. Es fängt allein schon damit an, dass sie aus ihrer idyllischen Heimat "vertrieben" wird, weil ein unbekannter Stalker in ihr Leben eindringt.
Und als sie dann glaubt, in Berlin ein wenig Sicherheit zu finden, wird alles noch viel schlimmer und sie muss sogar den Tod ihrer Halbschwester ertragen. Und damit nicht genug, das Wohnhaus Save Haven scheint auch immer bedrohlicher zu werden.
Mit dieser Protagonistin musste ich wirklich mitleiden. Man fragt sich natürlich auch immer, was würde ich an ihrer Stelle unternehmen?
Und auch die Thematik "Stalking" nimmt einen mit. Die Opfer stehen dem Ganzen im Grunde hilflos gegenüber. Man weiß nicht, von wem die furchtbaren Briefe kommen, man weiß nicht, was diese Person von einem will, man kann gegen dieses Phantom nichts unternehmen, sogar die Polizei ist machtlos. Also was machen?
Der Thriller an sich ist wirklich spannend und mitreißend. Ich habe viel mitgerätselt und versucht Verbindungen herzustellen.
Man spürt genauso wie Carla, dass im Safe Haven nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotzdem stellt man sich immer die Frage "Warum?".
Die Idee von Safe Haven finde ich sowieso sehr interessant. Sehnt sich nicht jeder mal nach einem Gebäude, das die vollkommene Sicherheit garantiert? Auf der einen Seite hätte das viele Vorteile, doch sicher auch einige Nachteile, wie ständige Kontrolle?! Über dieses Wohnhaus habe ich auch eine Weile nachdenken müssen. Und genauso wie Carla verspricht man sich Sicherheit und genau in diesem Umfeld passiert dann doch so etwas Schreckliches. Trotzdem zieht sie nach der Beerdigung ihrer Schwester in die Wohnung ein.
Das sollte ich vielleicht noch erwähnen, das Haus gehörte Ellen. Sie hat es nach ihren Vorstellungen entwickelt und bauen lassen.
Auch das Verhalten der Bewohner ist sehr merkwürdig. Man merkt schnell, dass in diesem Haus eigene Gesetze gelten.
Milan Wagner, wohnt auf der gleichen Etage wie Ellen, ist der erste Mitbewohner, den Carla kennenlernt. Es scheint, als wäre der 67-Jährige die gute Seele des Hauses. Er kennt jeden, weiß über vieles Bescheid und kümmert sich. Milan geht praktisch überall ein und aus. Eine interessante Person. Für die Sorgen der anderen hat er immer ein offenes Ohr. Auch Carla nimmt seine Hilfe an. Gerade nach Ellens Tod ist er eine Stütze für Carla. Sie hat ja sonst auch niemanden in Berlin. Ihre beste Freundin lebt in Stade. Doch wem kann man trauen im Safe Haven? Die Frage habe ich mir ständig gestellt.
Ellens rätselhaftes Verschwinden und ihr plötzlicher "Unfalltod" werfen jede Menge Fragen auf. Carla ist sich sicher, dass es kein Unfall war. Ellens letzte Worte, vor ihrem Verschwinden, waren "Kümmere dich um das Haus!".
Außerdem wollte ihre Schwester ihr noch etwas anvertrauen. Vor irgendetwas musste Ellen Angst gehabt haben. Doch was ihre Schwester so bewegt hat, das erfährt Carla von ihr nicht mehr.
Sie bleibt mit jeder Menge Fragen zurück und muss herausfinden, was wirklich passiert ist. Ich selbst habe mich auch ständig gefragt, wie alles miteinander zusammenhängen könnte. Man rätselt und fiebert wirklich mit. Der Fall ist sehr gut aufgebaut. Gemeinsam mit Carla tappt man im Dunkeln und kämpft sich mit ihr aus dieser Dunkelheit heraus. Versucht es zumindest! Und so wächst einem die Protagonistin noch mehr ans Herz. Es ist wieder diese typische "Ich allein gegen die Welt"-Erfahrung und obwohl ich schon viele Fälle mit Hauptpersonen gelesen habe, die vollkommen auf sich allein gestellt den Kampf aufnehmen müssen, ist dieser Thriller anders!
Es gibt mehrere Gründe, warum mich dieser Psychothriller so mitgerissen hat und ich ihn am liebsten gar nicht mehr zur Seite gelegt hätte. Das macht aber auch der sehr gute Schreibstil der Autorin aus. Man kann das Buch einfach nur so weglesen! ;-) Keine langatmigen Passagen, einfach ein sehr angenehmer Stil. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich und schafft es, Emotionen zu wecken.
Und am Ende bleibt dieses furchtbare Gefühl. Kennt Ihr das vielleicht? Man will ja das Ende unbedingt lesen, weil man herausfinden muss, was denn nun wirklich geschehen ist, doch dann stellt sich auf einmal mit den letzten Seiten, Zeilen des Buches eine gewisse Traurigkeit ein. Man hätte einfach noch ewig weiterlesen wollen und dann ist es einfach so vorbei.
Daher bitte noch mehr dieser Psychothriller!!!!
Das Scherbenhaus
Susanne Kliem
Psychothriller
Carl's books
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-570-58566-5
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
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Sonntag, 18. Juni 2017
Du stirbst nicht allein von Tammy Cohen
Ein Psychothriller mit einem Thema, das unter die Haut geht!
Worum geht's?
Eine grausige Mordserie erschüttert ganz London. Der erste Mord an der siebenjährigen Megan Purvis liegt vier Jahre zurück, der Täter kann nicht gefasst werden. Die Leiche des Mädchens wird in einem einsamen Waldstück gefunden, auf ihrem Oberschenkel steht das Wort "Sorry". Dieses Zeichen des Täters finden die Ermittler auch auf der Leiche der kleinen Tilly Reid, die zwei Jahre später tot aufgefunden wird.
Kurz darauf wird eine weitere Kinderleiche entdeckt, doch die Polizei scheint weiterhin im Dunkeln zu tappen. Das Leben der Familien der getöteten Kinder wird nun aufs Neue aufgerüttelt, denn erneut ist ein Mädchen verschwunden. Hat der Täter wieder zugeschlagen?
Meine Meinung:
Das Cover hat mich gleich neugierig gemacht. Düster, blutig, ein schwarzes Herz und der handgeschriebene Titel Du stirbst nicht allein. Daher stand für mich schnell fest, dieses Buch musst du lesen!
Leider fiel es mir sehr schwer in den Psychothriller hineinzufinden. Gleich zu Beginn lernt man die Familien der toten Mädchen kennen, die Ermittlerin Leanne, eine Journalistin und andere Charaktere. Jedes Kapitel widmet sich wieder dem Leben einer anderen Person oder Familie. Nach ein paar Seiten konnte ich mich aber an den Aufbau gewöhnen. Trotzdem muss man die Personen und ihre Verbindungen erstmal verdauen. ;-)
Von den Charakteren her habe ich niemanden, der mir besonders in Erinnerung bleiben wird. Die Polizistin Leanne ist einfach da und mir weder sympathisch, noch unsympathisch gewesen. Sie hat eine ruhige und besonnene Art, was sie wohl unter anderem für den Umgang mit den Hinterbliebenen der Opfer qualifiziert. Auch über ihr Privatleben erfährt man mehr.
Der Fall an sich bewegt einen natürlich. Die Morde gehen unter die Haut und man erfährt in diesem Psychothriller nicht nur etwas über die Ermittlungen und schaut nicht, wie sonst immer, ständig den Polizisten über die Schulter. Man bekommt auch Einblicke in das Leben der Familien der toten Mädchen und zwar überwiegend. Jeder geht anders damit um. Trauer empfindet jeder anders und jede Familie hat sich anders mit der Situation auseinandergesetzt.
Interessant fand ich die Verbindungen der Personen untereinander.
Die Thematik ist schon sehr bedrückend. Es geht um Morde an Kindern, Kindesmissbrauch und Pädophile, aber Tammy Cohen hat das alles sehr gut umgesetzt. Sie geht das Thema irgendwie behutsam an.
Man bekommt einige Einblicke und lernt auch einen Mann kennen, der es auf kleine Mädchen abgesehen hat. Seine Gedanken, Emotionen und die Bilder in seinem Kopf sind für mich so unwirklich und grotesk. Es ist wirklich schlimm zu wissen, dass es Menschen mit dieser Neigung gibt, die zu solchen Taten fähig sind.
Gut gefallen hat mir, dass man diese Fälle aus den unterschiedlichsten Perspektiven erlebt. Man begleitet die Familien, die Ermittler, aber auch Journalisten. Sowohl Polizei als auch Presse haben ihre Arbeit zu erledigen, doch stößt jeder dabei an seine Grenzen und eckt hin und wieder an. Man lernt die Personen hinter den Ermittlern oder Journalisten kennen. Welche Motive haben sie? Was treibt sie an? Welche Anforderungen werden an sie gestellt?
Allerdings muss ich gestehen, dass mir Du stirbst nicht allein größtenteils zu langatmig war. Das hat dazu geführt, dass ich mich manchmal dazu zwingen musste, weiterzulesen. Auch wenn der Fall an sich sehr spannend und berührend ist, war es an einigen Stellen zu langatmig und zäh. Leider!
Dafür kommt am Ende nochmal richtig Tempo in den Fall!
Auf jeden Fall ein Psychothriller, der noch eine Weile nachwirkt!
Du stirbst nicht allein
Tammy Cohen
Psychothriller
Blanvalet
Taschenbuch
ISBN: 978-3-7341-0437-1
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Mehr Infos zu diesem Psychothriller findet Ihr HIER!
Mein Exemplar wurde mir im Rahmen einer Leserunde von Wasliestdu zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Eine grausige Mordserie erschüttert ganz London. Der erste Mord an der siebenjährigen Megan Purvis liegt vier Jahre zurück, der Täter kann nicht gefasst werden. Die Leiche des Mädchens wird in einem einsamen Waldstück gefunden, auf ihrem Oberschenkel steht das Wort "Sorry". Dieses Zeichen des Täters finden die Ermittler auch auf der Leiche der kleinen Tilly Reid, die zwei Jahre später tot aufgefunden wird.
Kurz darauf wird eine weitere Kinderleiche entdeckt, doch die Polizei scheint weiterhin im Dunkeln zu tappen. Das Leben der Familien der getöteten Kinder wird nun aufs Neue aufgerüttelt, denn erneut ist ein Mädchen verschwunden. Hat der Täter wieder zugeschlagen?
Meine Meinung:
Das Cover hat mich gleich neugierig gemacht. Düster, blutig, ein schwarzes Herz und der handgeschriebene Titel Du stirbst nicht allein. Daher stand für mich schnell fest, dieses Buch musst du lesen!
Leider fiel es mir sehr schwer in den Psychothriller hineinzufinden. Gleich zu Beginn lernt man die Familien der toten Mädchen kennen, die Ermittlerin Leanne, eine Journalistin und andere Charaktere. Jedes Kapitel widmet sich wieder dem Leben einer anderen Person oder Familie. Nach ein paar Seiten konnte ich mich aber an den Aufbau gewöhnen. Trotzdem muss man die Personen und ihre Verbindungen erstmal verdauen. ;-)
Von den Charakteren her habe ich niemanden, der mir besonders in Erinnerung bleiben wird. Die Polizistin Leanne ist einfach da und mir weder sympathisch, noch unsympathisch gewesen. Sie hat eine ruhige und besonnene Art, was sie wohl unter anderem für den Umgang mit den Hinterbliebenen der Opfer qualifiziert. Auch über ihr Privatleben erfährt man mehr.
Der Fall an sich bewegt einen natürlich. Die Morde gehen unter die Haut und man erfährt in diesem Psychothriller nicht nur etwas über die Ermittlungen und schaut nicht, wie sonst immer, ständig den Polizisten über die Schulter. Man bekommt auch Einblicke in das Leben der Familien der toten Mädchen und zwar überwiegend. Jeder geht anders damit um. Trauer empfindet jeder anders und jede Familie hat sich anders mit der Situation auseinandergesetzt.
Interessant fand ich die Verbindungen der Personen untereinander.
Die Thematik ist schon sehr bedrückend. Es geht um Morde an Kindern, Kindesmissbrauch und Pädophile, aber Tammy Cohen hat das alles sehr gut umgesetzt. Sie geht das Thema irgendwie behutsam an.
Man bekommt einige Einblicke und lernt auch einen Mann kennen, der es auf kleine Mädchen abgesehen hat. Seine Gedanken, Emotionen und die Bilder in seinem Kopf sind für mich so unwirklich und grotesk. Es ist wirklich schlimm zu wissen, dass es Menschen mit dieser Neigung gibt, die zu solchen Taten fähig sind.
Gut gefallen hat mir, dass man diese Fälle aus den unterschiedlichsten Perspektiven erlebt. Man begleitet die Familien, die Ermittler, aber auch Journalisten. Sowohl Polizei als auch Presse haben ihre Arbeit zu erledigen, doch stößt jeder dabei an seine Grenzen und eckt hin und wieder an. Man lernt die Personen hinter den Ermittlern oder Journalisten kennen. Welche Motive haben sie? Was treibt sie an? Welche Anforderungen werden an sie gestellt?
Allerdings muss ich gestehen, dass mir Du stirbst nicht allein größtenteils zu langatmig war. Das hat dazu geführt, dass ich mich manchmal dazu zwingen musste, weiterzulesen. Auch wenn der Fall an sich sehr spannend und berührend ist, war es an einigen Stellen zu langatmig und zäh. Leider!
Dafür kommt am Ende nochmal richtig Tempo in den Fall!
Auf jeden Fall ein Psychothriller, der noch eine Weile nachwirkt!
Du stirbst nicht allein
Tammy Cohen
Psychothriller
Blanvalet
Taschenbuch
ISBN: 978-3-7341-0437-1
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
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Sonntag, 30. April 2017
Die Vermissten von Caroline Eriksson
Ein Psychothriller, der mich am Ende wirklich noch mitreißen konnte!
Worum geht's?
Eigentlich wollten Greta und Alex mit der vierjährigen Smilla nur ein schönes Wochenende im Ferienhäuschen im Grünen verbringen. Doch ein Bootsausflug ändert alles. Alex und Smilla sind auf einmal spurlos verschwunden. Sie wollen nur einmal die geheimnisvolle Insel erkunden, kommen aber nicht mehr zurück. Greta macht sich verzweifelt auf die Suche. Wie kann es möglich sein, dass ein erwachsener Mann und ein Kind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sind? Was ist ihnen auf der Insel zugestoßen? Bei ihrer Suche trifft Greta bald auf eine Gruppe unheimlicher Jugendlicher, die in der Gegend ihr Unwesen treiben. Haben sie etwas mit der Sache zu tun? Irgendwann beschließt die junge Frau zur Polizei zu gehen, doch da fällt eines auf. Ihre eigene Geschichte wirft ziemlich viele Fragen auf. Auch ihre Kindheit scheint Greta wieder einzuholen. Hat sie am Ende selbst etwas mit dem Verschwinden der beiden zu tun?
Meine Meinung:
Die Vermissten hat mich anfangs schnell in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre ist schön düster und immer auch ein wenig geheimnisvoll bis gruselig. Man spürt die Kälte fast.
Das hat mir gut gefallen. Der See irgendwo im Nirgendwo von Schweden ist der ideale Schauplatz.
Greta ist eine Person, der man schnell irgendwie nahe kommt, aber auch auf eine Gewisse Art und Weise fern bleibt. Sehr spannend! Häppchenweise gewährt einem die Autorin Einblicke in Gretas Vergangenheit. Gepaart mit einigen Flashbacks sorgt das für eine unheimliche und mysteriöse Stimmung. Und sehr schnell steht natürlich die eine Frage im Raum, hat Greta etwas damit zu tun? Hat sie ihrem Freund und der kleinen Smilla etwas angetan? Ist sie dazu fähig? Das fragt man sich die ganze Zeit und ihr Verhalten und ihre Erinnerungen lassen einen hin-und herschwanken. Man ist sich wirklich nicht sicher und irrt mit ihr zusammen orientierungslos zwischen Realität und Wahnsinn hin und her.
Sie hat etwas "verrücktes" an sich. Gleich zu Anfang hat mich ihre Reaktion auf das Verschwinden so stutzig werden lassen. Warum geht sie nicht sofort zur Polizei? Würde ein "normaler" Mensch anders reagieren?
Denkt man an einer Stelle, dass man Greta gerade verstanden hat, ändert sich wieder alles. Schon irgendwie turbulent.
Im Laufe des Geschehens erfährt man auch immer mehr über ihre Beziehung zu Alex. Ein Typ, der mir von da an sofort unsympathisch gewesen ist. Ich will aber nicht zu viel verraten! Aber es ist schon erschreckend, dass sich eine Frau zu so einem Menschen hingezogen fühlt, sich ihm regelrecht unterwirft, nicht von ihm loszukommen scheint. Diese Thematik hat mich sehr mitgenommen und oft einfach nur fassungslos gemacht. Ein krankes Machtspiel!
Nicht so gut gefallen hat mir das mit der Gruppe von Jugendlichen. Irgendwie überflüssig. Aber auch hier wird nicht zu viel verraten! ;-)
Greta nimmt einen praktisch mit in ihren "Wahnsinn", was sehr spannend und mitreißend ist. Man hat das Gefühl, mit ihr zusammen den Verstand zu verlieren. Aber die Autorin gewährt einem auch Einblicke in die Gedankenwelten anderer Charaktere. Das hat mir sehr gefallen. Es ist wirklich gut gemacht.
Kurz vorm Ende wurde es mir allerdings etwas langweilig. Greta irrt sehr lange für sich allein herum, da hat mir das Fortkommen einfach gefehlt. Das Ende konnte mich dann aber nochmal fesseln, auch wenn es hier ebenfalls ein wenig langatmig wird. Trotzdem ist es spannend.
Ich fand zwar nicht alle Entwicklungen und Enthüllungen wirklich überraschend, dennoch war es gut gemacht. Es geht um Machtspiele, Psychospielchen und den Kampf gegen das eigene Ich.
Wenn Ihr also mal wieder Lust auf ein wenig Gruselstimmung habt, ist Die Vermissten eine gute Wahl! Die Schwächen sind zu ertragen und insgesamt kann ich sagen, dass ich diesen Psychothriller ziemlich spannend fand.
Die Vermissten
Caroline Eriksson
Psychothriller
Penguin Verlag
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-328-10038-6
€ 13,00 [D], € 13,40[A]
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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Worum geht's?
Eigentlich wollten Greta und Alex mit der vierjährigen Smilla nur ein schönes Wochenende im Ferienhäuschen im Grünen verbringen. Doch ein Bootsausflug ändert alles. Alex und Smilla sind auf einmal spurlos verschwunden. Sie wollen nur einmal die geheimnisvolle Insel erkunden, kommen aber nicht mehr zurück. Greta macht sich verzweifelt auf die Suche. Wie kann es möglich sein, dass ein erwachsener Mann und ein Kind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sind? Was ist ihnen auf der Insel zugestoßen? Bei ihrer Suche trifft Greta bald auf eine Gruppe unheimlicher Jugendlicher, die in der Gegend ihr Unwesen treiben. Haben sie etwas mit der Sache zu tun? Irgendwann beschließt die junge Frau zur Polizei zu gehen, doch da fällt eines auf. Ihre eigene Geschichte wirft ziemlich viele Fragen auf. Auch ihre Kindheit scheint Greta wieder einzuholen. Hat sie am Ende selbst etwas mit dem Verschwinden der beiden zu tun?
Meine Meinung:
Die Vermissten hat mich anfangs schnell in seinen Bann gezogen. Die Atmosphäre ist schön düster und immer auch ein wenig geheimnisvoll bis gruselig. Man spürt die Kälte fast.
Das hat mir gut gefallen. Der See irgendwo im Nirgendwo von Schweden ist der ideale Schauplatz.
Greta ist eine Person, der man schnell irgendwie nahe kommt, aber auch auf eine Gewisse Art und Weise fern bleibt. Sehr spannend! Häppchenweise gewährt einem die Autorin Einblicke in Gretas Vergangenheit. Gepaart mit einigen Flashbacks sorgt das für eine unheimliche und mysteriöse Stimmung. Und sehr schnell steht natürlich die eine Frage im Raum, hat Greta etwas damit zu tun? Hat sie ihrem Freund und der kleinen Smilla etwas angetan? Ist sie dazu fähig? Das fragt man sich die ganze Zeit und ihr Verhalten und ihre Erinnerungen lassen einen hin-und herschwanken. Man ist sich wirklich nicht sicher und irrt mit ihr zusammen orientierungslos zwischen Realität und Wahnsinn hin und her.
Sie hat etwas "verrücktes" an sich. Gleich zu Anfang hat mich ihre Reaktion auf das Verschwinden so stutzig werden lassen. Warum geht sie nicht sofort zur Polizei? Würde ein "normaler" Mensch anders reagieren?
Denkt man an einer Stelle, dass man Greta gerade verstanden hat, ändert sich wieder alles. Schon irgendwie turbulent.
Im Laufe des Geschehens erfährt man auch immer mehr über ihre Beziehung zu Alex. Ein Typ, der mir von da an sofort unsympathisch gewesen ist. Ich will aber nicht zu viel verraten! Aber es ist schon erschreckend, dass sich eine Frau zu so einem Menschen hingezogen fühlt, sich ihm regelrecht unterwirft, nicht von ihm loszukommen scheint. Diese Thematik hat mich sehr mitgenommen und oft einfach nur fassungslos gemacht. Ein krankes Machtspiel!
Nicht so gut gefallen hat mir das mit der Gruppe von Jugendlichen. Irgendwie überflüssig. Aber auch hier wird nicht zu viel verraten! ;-)
Greta nimmt einen praktisch mit in ihren "Wahnsinn", was sehr spannend und mitreißend ist. Man hat das Gefühl, mit ihr zusammen den Verstand zu verlieren. Aber die Autorin gewährt einem auch Einblicke in die Gedankenwelten anderer Charaktere. Das hat mir sehr gefallen. Es ist wirklich gut gemacht.
Kurz vorm Ende wurde es mir allerdings etwas langweilig. Greta irrt sehr lange für sich allein herum, da hat mir das Fortkommen einfach gefehlt. Das Ende konnte mich dann aber nochmal fesseln, auch wenn es hier ebenfalls ein wenig langatmig wird. Trotzdem ist es spannend.
Ich fand zwar nicht alle Entwicklungen und Enthüllungen wirklich überraschend, dennoch war es gut gemacht. Es geht um Machtspiele, Psychospielchen und den Kampf gegen das eigene Ich.
Wenn Ihr also mal wieder Lust auf ein wenig Gruselstimmung habt, ist Die Vermissten eine gute Wahl! Die Schwächen sind zu ertragen und insgesamt kann ich sagen, dass ich diesen Psychothriller ziemlich spannend fand.
Die Vermissten
Caroline Eriksson
Psychothriller
Penguin Verlag
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-328-10038-6
€ 13,00 [D], € 13,40[A]
Mehr Infos zum Buch findet Ihr HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Freitag, 11. März 2016
Wer Böses in sich trägt von Lisa Unger
Unheimlich, mitreißend und spannend bis zur letzten Seite! Einer der besten Psychothriller, die ich bisher gelesen habe!
Worum geht's?
Lana Granger studiert Psychologie im ruhigen und beschaulichen The Hollows (New York) und genießt eigentlich ein sorgenfreies Leben. Eines Tages nimmt sie einen Nebenjob als Kindermädchen an und kümmert sich um den zehnjährigen Luke. Doch irgendetwas scheint mit dem hochbegabten Kind nicht zu stimmen. Optisch sieht er wie ein braver und schüchterner kleiner Junge aus, doch schnell lernt Lana seine berechnende Art kennen. Von einer Sekunde auf die andere wird er rasend vor Wut und lässt seine Mitmenschen das nur zu gern spüren. Er scheint eine tickende Zeitbombe zu sein, aber irgendwie fühlt Lana sich auf eine gewisse Art mit dem Jungen verbunden. Sie selbst hat auch ein dunkles Geheimnis. Als dann auch noch ihre Freundin und Mitbewohnerin Beck spurlos verschwindet, gerät Lanas Leben komplett aus den Fugen. Lana weiß mehr über die Nacht ihres Verschwindens, als sie der Polizei erzählt und macht sich so schnell verdächtig. Außerdem scheint jemand anderes von ihrer Lüge zu wissen und beginnt ein gefährliches Spiel mit ihr.
Meine Meinung:
Von der ersten Seite an konnte mich Wer Böses in sich trägt fesseln und die Entwicklung der Story hat mich echt überrascht und mitgenommen.
Lana Granger hat mich als Person sehr interessiert. Sie ist anders als andere in ihrem Alter, was wohl an ihrer Vergangenheit liegt. Nach und nach erfährt man mehr von ihr und ihrer Familie und der Tragödie, die sich Jahre zuvor zugetragen hat. Eine grausame und berührende Geschichte, die bei der jungen Frau einige Spuren hinterlassen hat. Mit ihrer Psychologin versucht sie daran zu arbeiten, doch so leicht lassen sich die Dämonen der Vergangenheit nicht austreiben und manchen Dingen muss man sich einfach stellen. So sehr man sie auch verdrängen möchte.
Lana strahlt eine gewisse Ruhe aus, ist sehr klug und gewissenhaft. So lernt man sie jedenfalls kennen. Ihr neuer Job als Kindermädchen eines ganz besonderen Jungen stellt sie vor eine große Herausforderung, doch sie scheint dem ganzen auf den ersten Blick gewachsen zu sein.
Ihre beste Freundin ist gegen diesen Job und es kommt zum Streit. Der letzte Streit der beiden vor Becks Verschwinden. Was genau sich an dem Abend aber abgespielt hat, erfährt man nicht gleich.
Doch Kapitel für Kapitel kommt man der Lösung näher. Die Autorin arbeitet mit Flashbacks, die wirklich für eine gute Portion Spannung sorgen. Man bekommt so immer eine Mini-Portion an neuen Informationen, aber nie zu viel! ;-) Daher hätte ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Tagebucheinträge einer verzweifelten Mutter eingeschoben, die mit ihrem Kind vollkommen überfordert ist.
Es entstehen viele Bilder, die sich am Ende zusammenfügen und mich dann umso mehr geschockt haben.
Wer Böses in sich trägt ist im Ganzen sehr düster und beschäftigt sich mit der Psyche des Menschen. Steckt in manchen einfach die Veranlagung zum Böse sein? Können manche Menschen einfach nicht anders als zu morden? Kann man das Böse wirklich in sich tragen? Eine spannende Thematik, die einen zum Nachdenken anregt.
Luke, der Junge auf den Lana aufpasst, ist ein unglaublich schwieriges Kind. Seine Mutter ist mit ihren Kräften offensichtlich am Ende und Lana einer der letzten Strohhalme, nach denen sie greifen kann. Dieses Kind war mir von Anfang an unheimlich und unsympathisch. Er hat mich sehr an den Jungen aus dem Film "Whisper" erinnert. Luke liebt Machtspiele und lässt andere nur zu gern seine Überlegenheit spüren. Auch Lana, die sich zu sehr auf ihn und seine Spielchen einzulassen scheint.
Wer Böses in sich trägt hat mich richtig mitgenommen und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich bin wirklich begeistert und kann Euch diesen Psychothriller einfach nur empfehlen. Die 378 Seiten vergehen wie im Fluge und werden Euch noch lange beschäftigen! Also unbedingt lesen!!!
Wer Böses in sich trägt
Lisa Unger
Psychothriller
Verlag Goldmann
Taschenbuch, Seiten 378
ISBN: 978-3-442-48092-0
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Mehr Infos zum Buch gibt's HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Lana Granger studiert Psychologie im ruhigen und beschaulichen The Hollows (New York) und genießt eigentlich ein sorgenfreies Leben. Eines Tages nimmt sie einen Nebenjob als Kindermädchen an und kümmert sich um den zehnjährigen Luke. Doch irgendetwas scheint mit dem hochbegabten Kind nicht zu stimmen. Optisch sieht er wie ein braver und schüchterner kleiner Junge aus, doch schnell lernt Lana seine berechnende Art kennen. Von einer Sekunde auf die andere wird er rasend vor Wut und lässt seine Mitmenschen das nur zu gern spüren. Er scheint eine tickende Zeitbombe zu sein, aber irgendwie fühlt Lana sich auf eine gewisse Art mit dem Jungen verbunden. Sie selbst hat auch ein dunkles Geheimnis. Als dann auch noch ihre Freundin und Mitbewohnerin Beck spurlos verschwindet, gerät Lanas Leben komplett aus den Fugen. Lana weiß mehr über die Nacht ihres Verschwindens, als sie der Polizei erzählt und macht sich so schnell verdächtig. Außerdem scheint jemand anderes von ihrer Lüge zu wissen und beginnt ein gefährliches Spiel mit ihr.
Meine Meinung:
Von der ersten Seite an konnte mich Wer Böses in sich trägt fesseln und die Entwicklung der Story hat mich echt überrascht und mitgenommen.
Lana Granger hat mich als Person sehr interessiert. Sie ist anders als andere in ihrem Alter, was wohl an ihrer Vergangenheit liegt. Nach und nach erfährt man mehr von ihr und ihrer Familie und der Tragödie, die sich Jahre zuvor zugetragen hat. Eine grausame und berührende Geschichte, die bei der jungen Frau einige Spuren hinterlassen hat. Mit ihrer Psychologin versucht sie daran zu arbeiten, doch so leicht lassen sich die Dämonen der Vergangenheit nicht austreiben und manchen Dingen muss man sich einfach stellen. So sehr man sie auch verdrängen möchte.
Lana strahlt eine gewisse Ruhe aus, ist sehr klug und gewissenhaft. So lernt man sie jedenfalls kennen. Ihr neuer Job als Kindermädchen eines ganz besonderen Jungen stellt sie vor eine große Herausforderung, doch sie scheint dem ganzen auf den ersten Blick gewachsen zu sein.
Ihre beste Freundin ist gegen diesen Job und es kommt zum Streit. Der letzte Streit der beiden vor Becks Verschwinden. Was genau sich an dem Abend aber abgespielt hat, erfährt man nicht gleich.
Doch Kapitel für Kapitel kommt man der Lösung näher. Die Autorin arbeitet mit Flashbacks, die wirklich für eine gute Portion Spannung sorgen. Man bekommt so immer eine Mini-Portion an neuen Informationen, aber nie zu viel! ;-) Daher hätte ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Tagebucheinträge einer verzweifelten Mutter eingeschoben, die mit ihrem Kind vollkommen überfordert ist.
Es entstehen viele Bilder, die sich am Ende zusammenfügen und mich dann umso mehr geschockt haben.
Wer Böses in sich trägt ist im Ganzen sehr düster und beschäftigt sich mit der Psyche des Menschen. Steckt in manchen einfach die Veranlagung zum Böse sein? Können manche Menschen einfach nicht anders als zu morden? Kann man das Böse wirklich in sich tragen? Eine spannende Thematik, die einen zum Nachdenken anregt.
Luke, der Junge auf den Lana aufpasst, ist ein unglaublich schwieriges Kind. Seine Mutter ist mit ihren Kräften offensichtlich am Ende und Lana einer der letzten Strohhalme, nach denen sie greifen kann. Dieses Kind war mir von Anfang an unheimlich und unsympathisch. Er hat mich sehr an den Jungen aus dem Film "Whisper" erinnert. Luke liebt Machtspiele und lässt andere nur zu gern seine Überlegenheit spüren. Auch Lana, die sich zu sehr auf ihn und seine Spielchen einzulassen scheint.
Wer Böses in sich trägt hat mich richtig mitgenommen und von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich bin wirklich begeistert und kann Euch diesen Psychothriller einfach nur empfehlen. Die 378 Seiten vergehen wie im Fluge und werden Euch noch lange beschäftigen! Also unbedingt lesen!!!
Wer Böses in sich trägt
Lisa Unger
Psychothriller
Verlag Goldmann
Taschenbuch, Seiten 378
ISBN: 978-3-442-48092-0
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Mehr Infos zum Buch gibt's HIER!
Viele Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Samstag, 27. Februar 2016
Der Schlafmacher von Michael Robotham
Leider nicht so spannend, wie erhofft.
Worum geht's?
Psychologe Joe O'Loughlin wird zu einem grauenvollen Mord in einem Bauernhaus in Somerset gerufen. Die Opfer, Mutter und Tochter, getötet von einem anscheinend skrupellosen Mörder. Die Leiche der Mutter ist grausam zugerichtet und der Unmut in der Bevölkerung wächst, denn nach einiger Zeit tappt die Polizei immer noch im Dunkeln. Mit O'Loughlins Hilfe versprechen sie sich den Durchbruch. Verdächtige gibt es genug, die Mutter hatte einige Liebhaber und auch der Freund der Tochter könnte ein Motiv haben. Oder etwa doch der betrogene Exmann? Joe O'Loughlin nimmt die Herausforderung an und versucht das Geschehene zu rekonstruieren. Dann wird eine weitere weibliche Leiche gefunden, der der Buchstabe "A" auf der Stirn eingeritzt worden ist. Für den Psychologen steht fest, dass es sich um einen gefährlichen Täter handelt, den mehr antreibt als nur das Töten. Er scheint auf Rache aus zu sein. Doch Rache wofür?
Meine Meinung:
Der Fall an sich ist spannend und hat mich schon mitgerissen, aber leider geht im Laufe des Geschehens einiges an Spannung verloren.
Ich hatte das Gefühl, dass O'Loughlin furchtbar langsam die Tatsachen aufarbeitet, die zum Teil so schon feststehen und nicht weiterkommt als die Polizei bisher. Er hat sein eigenes Tempo, doch mir war das leider zu langsam. Immer wenn gerade wieder ein wenig Spannung aufkommt, weil zum Beispiel eine weitere Leiche gefunden wurde, bremst irgendetwas anderes das Ganze wieder aus. Sei es nun das Privatleben von O'Loughlin oder seine Nachforschungen. Es kommt irgendwie keine durchgängige Spannung auf, was ich als sehr schade empfunden habe, denn der Fall an sich hätte auf jeden Fall Potenzial gehabt.
O'Loughlin selbst leidet unter Parkinson und lebt von seiner Frau getrennt, was er immer noch bereut. Auch in seinem Privatleben kommt einiges auf ihn zu, doch selbst hier kam irgendwie nicht die richtige Stimmung auf. Vielleicht liegt es auch an seiner zurückgenommenen Art. O'Loughlin ist sehr intelligent, beobachtet viel und steckt voller Vorwürfe. Nach der Diagnose Parkinson betrügt er seine Frau und lebt seitdem getrennt von ihr. Darüber scheint er nie hinweggekommen zu sein. Was ihm noch bleibt, ist seine Arbeit. Als Profiler wird er häufig zu schwierigen Mordfällen hinzugerufen, mittlerweile macht ihm dies aber so sehr zu schaffen, dass er diesen Fall eigentlich gar nicht mehr annehmen will. Nur der Hartnäckigkeit von Chief Superintendent Veronica "Ronnie" Cray, einer Frau mit viel Charme und Charakter ;-), ist es zu verdanken, dass er doch einknickt und der Polizei hilft.
Doch für mich zeigt er im Ganzen leider zu wenig Initiative. Er hat etwas Passives an sich. Es ist schwierig zu beschreiben, aber vielleicht hemmt genau seine Art auch ein wenig den Lesefluss. So habe ich es jedenfalls empfunden. Auf der einen Seite finde ich, dass er eine spannende und interessante Person ist. Man will wissen, was ihn bewegt und wie es in seinem Privatleben weitergeht, auf der anderen Seite kommt einfach zu wenig von ihm. Ein sehr starker Charakter, der sich leider zu sehr zurücknimmt. So habe ich es jedenfalls empfunden.
Unterstützung bekommt O'Loughlin unter anderem von Vincent Riuz, einem ehemaligen Detective. Die beiden kennen sich von früher und funktionieren sehr gut zusammen.
Als sehr positiv empfand ich die Abschnitte aus Sicht des Täters. Man erfährt jedes Mal ein wenig mehr über diese Person und hat das Gefühl, ihr immer näher zu kommen.
Die Auszeichnung "Ultraspannend!" von Sebastian Fitzek, die das Cover ziert, und das Cover an sich, haben mich damals gleich neugierig gemacht. Doch leider hat mich dieser Psychothriller dann doch ein wenig enttäuscht. Erst ab der Hälfte wird es wieder ein wenig spannender. Sehr schade!
Ich will auf keinen Fall sagen, dass dieses Buch schlecht ist, aber ich persönlich habe mir einfach etwas mehr versprochen und empfand es insgesamt als zu langatmig und lahm, obwohl der Fall an sich wirklich gut ist.
Deswegen bin ich bei Der Schlafmacher wirklich hin -und hergerissen, was mir nicht oft passiert.
Der Schlafmacher
Michael Robotham
Psychothriller
Verlag Goldmann
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-31408-9
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zu diesem Buch gibt's HIER!
Viele liebe Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
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| Bildquelle: Bloggerportal |
Worum geht's?
Psychologe Joe O'Loughlin wird zu einem grauenvollen Mord in einem Bauernhaus in Somerset gerufen. Die Opfer, Mutter und Tochter, getötet von einem anscheinend skrupellosen Mörder. Die Leiche der Mutter ist grausam zugerichtet und der Unmut in der Bevölkerung wächst, denn nach einiger Zeit tappt die Polizei immer noch im Dunkeln. Mit O'Loughlins Hilfe versprechen sie sich den Durchbruch. Verdächtige gibt es genug, die Mutter hatte einige Liebhaber und auch der Freund der Tochter könnte ein Motiv haben. Oder etwa doch der betrogene Exmann? Joe O'Loughlin nimmt die Herausforderung an und versucht das Geschehene zu rekonstruieren. Dann wird eine weitere weibliche Leiche gefunden, der der Buchstabe "A" auf der Stirn eingeritzt worden ist. Für den Psychologen steht fest, dass es sich um einen gefährlichen Täter handelt, den mehr antreibt als nur das Töten. Er scheint auf Rache aus zu sein. Doch Rache wofür?
Meine Meinung:
Der Fall an sich ist spannend und hat mich schon mitgerissen, aber leider geht im Laufe des Geschehens einiges an Spannung verloren.
Ich hatte das Gefühl, dass O'Loughlin furchtbar langsam die Tatsachen aufarbeitet, die zum Teil so schon feststehen und nicht weiterkommt als die Polizei bisher. Er hat sein eigenes Tempo, doch mir war das leider zu langsam. Immer wenn gerade wieder ein wenig Spannung aufkommt, weil zum Beispiel eine weitere Leiche gefunden wurde, bremst irgendetwas anderes das Ganze wieder aus. Sei es nun das Privatleben von O'Loughlin oder seine Nachforschungen. Es kommt irgendwie keine durchgängige Spannung auf, was ich als sehr schade empfunden habe, denn der Fall an sich hätte auf jeden Fall Potenzial gehabt.
O'Loughlin selbst leidet unter Parkinson und lebt von seiner Frau getrennt, was er immer noch bereut. Auch in seinem Privatleben kommt einiges auf ihn zu, doch selbst hier kam irgendwie nicht die richtige Stimmung auf. Vielleicht liegt es auch an seiner zurückgenommenen Art. O'Loughlin ist sehr intelligent, beobachtet viel und steckt voller Vorwürfe. Nach der Diagnose Parkinson betrügt er seine Frau und lebt seitdem getrennt von ihr. Darüber scheint er nie hinweggekommen zu sein. Was ihm noch bleibt, ist seine Arbeit. Als Profiler wird er häufig zu schwierigen Mordfällen hinzugerufen, mittlerweile macht ihm dies aber so sehr zu schaffen, dass er diesen Fall eigentlich gar nicht mehr annehmen will. Nur der Hartnäckigkeit von Chief Superintendent Veronica "Ronnie" Cray, einer Frau mit viel Charme und Charakter ;-), ist es zu verdanken, dass er doch einknickt und der Polizei hilft.
Doch für mich zeigt er im Ganzen leider zu wenig Initiative. Er hat etwas Passives an sich. Es ist schwierig zu beschreiben, aber vielleicht hemmt genau seine Art auch ein wenig den Lesefluss. So habe ich es jedenfalls empfunden. Auf der einen Seite finde ich, dass er eine spannende und interessante Person ist. Man will wissen, was ihn bewegt und wie es in seinem Privatleben weitergeht, auf der anderen Seite kommt einfach zu wenig von ihm. Ein sehr starker Charakter, der sich leider zu sehr zurücknimmt. So habe ich es jedenfalls empfunden.
Unterstützung bekommt O'Loughlin unter anderem von Vincent Riuz, einem ehemaligen Detective. Die beiden kennen sich von früher und funktionieren sehr gut zusammen.
Als sehr positiv empfand ich die Abschnitte aus Sicht des Täters. Man erfährt jedes Mal ein wenig mehr über diese Person und hat das Gefühl, ihr immer näher zu kommen.
Die Auszeichnung "Ultraspannend!" von Sebastian Fitzek, die das Cover ziert, und das Cover an sich, haben mich damals gleich neugierig gemacht. Doch leider hat mich dieser Psychothriller dann doch ein wenig enttäuscht. Erst ab der Hälfte wird es wieder ein wenig spannender. Sehr schade!
Ich will auf keinen Fall sagen, dass dieses Buch schlecht ist, aber ich persönlich habe mir einfach etwas mehr versprochen und empfand es insgesamt als zu langatmig und lahm, obwohl der Fall an sich wirklich gut ist.
Deswegen bin ich bei Der Schlafmacher wirklich hin -und hergerissen, was mir nicht oft passiert.
Der Schlafmacher
Michael Robotham
Psychothriller
Verlag Goldmann
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-31408-9
€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Mehr Infos zu diesem Buch gibt's HIER!
Viele liebe Grüße vom Cocolinchen!
Mein Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Donnerstag, 18. Februar 2016
Das Dorf von Arno Strobel
Spannend, mitreißend und ein Wahnsinnsende!
Worum geht's?
Ein Anruf verändert alles im Leben von Bastian Thanner. Am anderen Ende der Leitung fleht seine Ex-Freundin Anna ihn an, sie zu retten. Ihre Stimme ist voller Todesangst, ehe Bastian mehr Informationen bekommen kann, bricht die Verbindung ab. Mehr als der Name eines Dorfes, in dem sie angeblich festgehalten wird, erfährt er nicht. Auch wenn seine Ex ihn vor zwei Monaten ganz unerwartet und ohne Erklärung verlassen hat, steht für Bastian fest, er muss Anna helfen. Zusammen mit einem guten Freund reist er in das kleine Dorf an der Müritz. Ein unheimliches Örtchen mit sehr skurrilen Bewohnern. Von Anna aber keine Spur. Schnell wird Bastian klar, hier stimmt was nicht und er beginnt nachzuforschen. Doch das wird sehr bald gefährlich, die Bewohner sind über seinen Besuch nämlich alles andere als begeistert!
Meine Meinung:
Das Dorf hat mich lange nicht mehr losgelassen, besonders das Ende hat mich sehr mitgenommen. Ich war wirklich begeistert, denn auf einmal fügte sich alles.
Aber keine Angst, ich verrate nichts!!! Versprochen!
Bastian Thanner macht sich mutig auf in ein unheimliches Dorf, um seine Ex-Freundin zu retten. Vor Ort will ihm aber keiner helfen. In dem kleinen "Horror-Dorf" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Häuser sind heruntergekommen, die Telefonleitung tot und die Bewohner scheinen auch aus einer anderen Epoche übriggeblieben zu sein. Die Stimmung ist düster und irgendwie unheimlich. Man weiß nie, wem man vertrauen kann und wem nicht und bald hat Bastian das Gefühl, nicht einmal seinen eigenen Wahrnehmungen trauen zu können. Dinge, die seiner Meinung nach passiert sind, haben sich in der Realität augenscheinlich doch nie zugetragen. Ab einem gewissen Punkt hat er Angst, die Nerven zu verlieren.
Als Leser war ich hin-und hergerissen. Was ist real und was nicht. Das war wirklich spannend und fesselnd. Selten hat mich ein Psychothriller emotional so mitgenommen. Man hat das Gefühl, gemeinsam mit Bastian langsam den Verstand zu verlieren und das inmitten eines Dorfes voller "Irrer"! Das sorgt auf jeden Fall für ordentlich Gänsehaut.
Die Stimmung in dem Dorf ist bedrückend. Es scheint zwei Seiten zu geben und einige Bewohner, die gruselige Zusammenkünfte abhalten und die anderen in Angst und Schrecken versetzen. Bastian will Details, doch ihm, dem Fremden, gegenüber ist nicht jeder sehr auskunftsfreudig, wie man sich vielleicht vorstellen kann. Das Unheimlichste ist, dass es so scheint, als könnte Thanner, egal was er auch versucht, aus diesem Dorf nicht mehr entkommen.
Bastian als Person war mir sympathisch. Er ist mutig und versucht, sich nicht beirren zu lassen. In dem Dorf lernt er, Grenzen zu erfahren und damit umzugehen. Außerdem wird ihm seine Vergangenheit deutlicher vor Augen geführt. Auch hier gibt es einiges zu erfahren.
Safi, Bastians Freund, begleitet ihn in das Dorf. Er selbst hat einen Zahlentick, der die ein oder andere Szene auflockert und einen wirklich zum Schmunzeln bringt.
Von der ersten bis zur letzten Seite war Das Dorf spannend und mitreißend. Zum Ende hin konnte und wollte ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen und das Finale hat mich noch lange beschäftigt. Einen winzig kleinen Schönheitsfehler hat es meiner Meinung zwar, aber das ist wirklich Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau!
Endlich mal wieder ein richtig guter Psychothriller, der mitnimmt und beschäftigt und einen selbst auf den Kopf stellt. Was ist real und was nicht? Das Warten auf die Auflösung wird so zu einer wahren Folter. ;-) Solche Handlungen sind genau mein Fall!!!
Und eines steht fest, die anderen Bücher von Arno Strobel muss ich lesen!!!
Na, neugierig geworden?
Das Dorf
Arno Strobel
Psychothriller
Fischer Verlag
Taschenbuch, Seiten 354
ISBN: 978-3-596-19834-4
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Mehr Infos zum Buch gibt's hier!
Viele liebe Grüße vom Cocolinchen!
Worum geht's?
Ein Anruf verändert alles im Leben von Bastian Thanner. Am anderen Ende der Leitung fleht seine Ex-Freundin Anna ihn an, sie zu retten. Ihre Stimme ist voller Todesangst, ehe Bastian mehr Informationen bekommen kann, bricht die Verbindung ab. Mehr als der Name eines Dorfes, in dem sie angeblich festgehalten wird, erfährt er nicht. Auch wenn seine Ex ihn vor zwei Monaten ganz unerwartet und ohne Erklärung verlassen hat, steht für Bastian fest, er muss Anna helfen. Zusammen mit einem guten Freund reist er in das kleine Dorf an der Müritz. Ein unheimliches Örtchen mit sehr skurrilen Bewohnern. Von Anna aber keine Spur. Schnell wird Bastian klar, hier stimmt was nicht und er beginnt nachzuforschen. Doch das wird sehr bald gefährlich, die Bewohner sind über seinen Besuch nämlich alles andere als begeistert!
Meine Meinung:
Das Dorf hat mich lange nicht mehr losgelassen, besonders das Ende hat mich sehr mitgenommen. Ich war wirklich begeistert, denn auf einmal fügte sich alles.
Aber keine Angst, ich verrate nichts!!! Versprochen!
Bastian Thanner macht sich mutig auf in ein unheimliches Dorf, um seine Ex-Freundin zu retten. Vor Ort will ihm aber keiner helfen. In dem kleinen "Horror-Dorf" scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Häuser sind heruntergekommen, die Telefonleitung tot und die Bewohner scheinen auch aus einer anderen Epoche übriggeblieben zu sein. Die Stimmung ist düster und irgendwie unheimlich. Man weiß nie, wem man vertrauen kann und wem nicht und bald hat Bastian das Gefühl, nicht einmal seinen eigenen Wahrnehmungen trauen zu können. Dinge, die seiner Meinung nach passiert sind, haben sich in der Realität augenscheinlich doch nie zugetragen. Ab einem gewissen Punkt hat er Angst, die Nerven zu verlieren.
Als Leser war ich hin-und hergerissen. Was ist real und was nicht. Das war wirklich spannend und fesselnd. Selten hat mich ein Psychothriller emotional so mitgenommen. Man hat das Gefühl, gemeinsam mit Bastian langsam den Verstand zu verlieren und das inmitten eines Dorfes voller "Irrer"! Das sorgt auf jeden Fall für ordentlich Gänsehaut.
Die Stimmung in dem Dorf ist bedrückend. Es scheint zwei Seiten zu geben und einige Bewohner, die gruselige Zusammenkünfte abhalten und die anderen in Angst und Schrecken versetzen. Bastian will Details, doch ihm, dem Fremden, gegenüber ist nicht jeder sehr auskunftsfreudig, wie man sich vielleicht vorstellen kann. Das Unheimlichste ist, dass es so scheint, als könnte Thanner, egal was er auch versucht, aus diesem Dorf nicht mehr entkommen.
Bastian als Person war mir sympathisch. Er ist mutig und versucht, sich nicht beirren zu lassen. In dem Dorf lernt er, Grenzen zu erfahren und damit umzugehen. Außerdem wird ihm seine Vergangenheit deutlicher vor Augen geführt. Auch hier gibt es einiges zu erfahren.
Safi, Bastians Freund, begleitet ihn in das Dorf. Er selbst hat einen Zahlentick, der die ein oder andere Szene auflockert und einen wirklich zum Schmunzeln bringt.
Von der ersten bis zur letzten Seite war Das Dorf spannend und mitreißend. Zum Ende hin konnte und wollte ich das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen und das Finale hat mich noch lange beschäftigt. Einen winzig kleinen Schönheitsfehler hat es meiner Meinung zwar, aber das ist wirklich Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau!
Endlich mal wieder ein richtig guter Psychothriller, der mitnimmt und beschäftigt und einen selbst auf den Kopf stellt. Was ist real und was nicht? Das Warten auf die Auflösung wird so zu einer wahren Folter. ;-) Solche Handlungen sind genau mein Fall!!!
Und eines steht fest, die anderen Bücher von Arno Strobel muss ich lesen!!!
Na, neugierig geworden?
Das Dorf
Arno Strobel
Psychothriller
Fischer Verlag
Taschenbuch, Seiten 354
ISBN: 978-3-596-19834-4
€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Mehr Infos zum Buch gibt's hier!
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